Digital Life
01.06.2016

Vorwurf: Facebook-App soll Gespräche mithören

Eine US-amerikanische Uni-Professorin wirft dem sozialen Netzwerk vor, mit der App Konversationen zu analysieren um Werbung anzeigen zu können.

Mithilfe des Smartphone-Mikrofons soll die Facebook-App sämtliche Umgebungsgeräusche mitschneiden. Auf diese Weise soll die App all dien Gesprächen, dem gerade laufendem Fernseher oder beim Musikgenuss zuhören, den Inhalt analysieren und auf Basis dessen den jeweiligen Nutzern entsprechende Werbung anzeigen.

Das wirft eine Uni-Professorin für Massenkommunikation der University of South Florida dem sozialen Netzwerk vor. Sie habe den Wunsch geäußert, eine Jeep-Safari in Afrika machen zu wollen. Keine Minute später soll ihr auf Facebook entsprechende Werbung angezeigt worden sein.

App hört mit

Tatsächlich gibt Facebook zu, dass die App mithört, was um sie herum passiert. Diese Audio-Analysen würden allerdings nicht dazu verwendet Werbung zu personalisieren, so Facebook gegenüber The Independent. Die Werbepartner von Facebook würden ihre Werbung lediglich an Nutzer-Interessen oder demographischen Informationen anpassen, nicht aber an Informationen, die vom Smartphone-Mikrofon gesammelt wurden.

Bereits 2014 wurde Facebook mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert. Damals hieß es, die App würde nicht "immer zuhören" und die Audio-Informationen niemals speichern. Auf den Hilfe-Seiten von Facebook heißt, dass die App zuhört, was um die User herum passiert. Allerdings nur, um herauszufinden, was sich die User gerade im TV ansehen oder welche Musik sie hören, um ihnen Posting-Vorschläge machen zu können. Verfügbar ist die Funktion nur in den USA.

Zugriff auf Mikrofon verweigern

Wer Facebook den Zugriff auf das Mikrofon verbieten will, kann dies unter iOS unter den Mikrofon-Einstellungen machen. Auf Android-Geräten lässt sich das der Zugriff auf das Mikrofon unter Privatsphäre und den App-Berechtigungen regeln.