Digital Life
19.09.2017

W3C spricht sich für Kopierschutz im Browser aus

Das World Wide Web Consortium macht den umstrittenen Kopierschutz Encrypted Media Extensions (EME) zum Standard.

Das W3C habe Encrypted Media Extension (EME) nun offiziell als Empfehlung und damit als Web-Standard herausgegeben, teilte das Standardisierungs-Gremium der Techniken im WWW am Montag mit. Der Empfehlung war eine Abstimmung vorausgegangen, bei der sich die Befürworter der Kopierschutztechnik mit mehr als 58 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen die Gegner durchsetzen konnten.

EME ist ein Kopierschutz für HTML5-Videos. Firmen wie Google, Microsoft, Apple und Netflix machten sich seit längerem für die Digital Rights Management (DRM)-Technik, mit der verschlüsselte Videos im Browser abgespielt werden können, stark. Für EME, das bereits in alle namhaften Browser implementiert ist, hatte sich zuletzt auch W3C-Direktor Tim Berners-Lee ausgeprochen.

„Schlag gegen das offene Web“

Gegner, wie etwa die digitale Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) oder die Free Software Foundation (FSF) beklagten mangelnde Nutzerrechte und sehen in der Empfehlung für den umstrittenen Kopierschutz einen Schlag gegen das offene Web. EME stelle keinen ausreichenden Schutz für Nutzer bereit, könne nur schwer in freie Software implementiert werden, behindere die Archivierung und stelle auch Sicherheitsforscher vor rechtliche Probleme. Sie sehen durch den Schritt Innovationen im Web gefährdet. Die EFF kritisierte die Entscheidung in einem am Montag veröffentlichten offenen Brief an das W3C und gab darin auch ihren Austritt aus dem Standardisierungsgremium bekannt.