Digital Life
01.02.2018

Warum man auf Android keine Pornos schauen sollte

Android-Nutzer werden besonders häufig mit Porno-Malware infiziert. Der Hersteller Kaspersky hat nun einen Überblick zu den aktuellen Bedrohungen veröffentlicht.

Porno-Schauer auf Android-Geräten sind ein besonders beliebtes Ziel von Angreifern. Das geht aus einem kürzlich veröffentlichten Bericht des IT-Security-Unternehmens Kaspersky hervor. Demnach wurden allein im Vorjahr 1,2 Millionen Android-Geräte mit Schadsoftware infiziert, die die Opfer mit Porno-Inhalten lockte. Damit macht die Porno-Malware ein Viertel aller „Infektionen“ mit Schadsoftware auf Android-Geräten aus. Insgesamt wurden 2017 4,9 Millionen Android-Geräte von Malware befallen.

Jagd auf Porno-Log-ins

Das ist deutlich mehr als beispielsweise am Desktop, wo Kaspersky lediglich 300.000 Angriffe verzeichnen konnte. Laut Kaspersky konnte man 23 verschiedene Arten von Porno-Malware identifizieren, während am Desktop 27 verschiedene Varianten entdeckt wurden. Auf Android sorgt die Malware meist für lästige Werbung (sogenannte „Klicker“), übernimmt die Kontrolle über das Smartphone oder sucht per Trojaner gezielt nach Bankdaten. Besonders ärgerlich sind Ransomware-Apps. Diese sperren den Nutzer über einen zufällig gewählten PIN-Code aus dem Gerät aus und verlangen „Lösegeld“.

Auf dem PC werden kurioserweise vor allem Log-in-Daten für Porno-Webseiten über die Malware abgefangen. Diese werden dann im Darknet weiterverkauft, Kaspersky konnte rund 5000 entsprechende Angebote identifizieren. Ein Konto wird üblicherweise für ein Zehntel des ursprünglichen Preises weiterverkauft.

Keine Apps von Drittanbietern

Kaspersky rät, vor allem Apps außerhalb Googles Play Store zu vermeiden. Sowohl Apple als auch Google dulden keine Porno-Apps in ihrem Angebot. Google hat erst kürzlich 700.000 Apps aus dem Play Store entfernt, die gegen die Richtlinien des US-Konzerns verstoßen sollen. Im Vorjahr erbeuteten zudem russische Hacker rund 892.000 US-Dollar mithilfe von Android-Malware, eingeschleust unter anderem mit Porno-Apps. Kaspersky rät unter anderem, lediglich bekannte Porno-Seiten zu nutzen, um das Risiko gering zu halten.