Digital Life
01.03.2017

Was ist eine abstrakte Klasse? US-Zoll prüft Programmierer

Die USA verschärfen die Einreise-Kontrolle. © Bild: AP/Ted S. Warren

Ein afrikanischer Software-Entwickler, der in die USA einreisen wollte, musste sich einer schriftlichen Prüfung durch den US-Zoll stellen.

Seit US-Präsident Donald Trump sein Amt angetreten hat und ein von US-Gerichten mittlerweile kassiertes Einreiseverbot für Bürger von sieben vorwiegend muslimischen Ländern erlassen hat, wurden die Kontrollen an den US-Grenzen verschärft . Das bekam auch der Software-Entwickler Celestine Omin zu spüren, der Ende Februar von Nigeria kommend in die USA einreisen wollte, berichtet recode.

Omin, der für das Start-up Andela tätig ist, das afrikanische Programmierer mit US-Unternehmen zusammenbringt, wurde vom Zoll festgehalten. Nach einer ausführlichen Befragung wurde ihm von den Zollbeamten, die offenbar sichergehen wollten, dass er tatsächlich Programmierer ist, ein schriftlicher Test vorgelegt.

Schriftlicher Test

„Schreiben Sie eine Funktion und prüfen Sie, ob der binäre Suchbaum ausgeglichen ist“, lautete eine der Aufgaben. In einer anderer wurde die Definition einer „abstrakten Klasse“ abgefragt. Omin kamen die Fragen seltsam vor. So als hätte man „Fragen an einen Programmierer“ gegoogelt, sagte er zu recode. Er versuchte sie dennoch zu beantworten und übergab sie den Beamten. Die beschieden dem Programmierer, dass seine Antworten falsch seien und ließen ihn ohne weiteren Kommentar weiter warten. Technisch seien die Antworten korrekt gewesen, sagte Omin, der seit sieben Jahren als Software-Entwickler arbeitet, später zu recode. Die Zollbeamten hätten sie aber offenbar nicht verstanden.

Nach einem Anruf bei Omins Arbeitgeber durfte er schließlich doch einreisen. Zuvor bekam er von einem US-Zollbeamten laut recode noch zu hören: „Ich lasse Sie gehen, aber Sie haben mich nicht überzeugt.“