Digital Life
02.08.2018

Wenn Google Maps deine Nachbarschaft umbenennt

Die normativve Kraft von Googles Kartendienst ist groß: Wenn ein Name für eine Nachbarschaft dort landet, bleibt er kleben.

Wie Google Maps die Ortsnamen in seinen Landkarten erhebt, ist mysteriös. Wie Boingboing berichtet, finden sich manchmal von Marketingbeauftragten erfundenen Namen für Nachbarschaften in den Lageplänen des Dienstes wieder. Wenn ein Gebiet bei Google Maps einmal getauft ist, hat der Namen gute Chancen, langsam auch in die reale Welt durchzusickern. Die Gegend "East Cut" in San Francisco etwa ist so ein Beispiel. Die Bezeichnung wurde von einem Markenberater erfunden.

Das passiert zwar öfter, vor allem in der Immobilienbranche und in lokalen Unternehmensverbünden, aber die meisten Neubenennungen setzen sich nicht durch. Wenn die geballte Macht von Google Maps einen Namen verbreitet, sieht das aber anders aus. In Detroit gibt es einen Stadtteil, der in Google Maps eine falsche Schreibweise aufweist: Fishkorn statt Fiskhorn. In LA hat sich die von einem Immobilienmakler erfundene Bezeichnung Silver Lake Heights für einen Teil von Silver Lake in Google Maps etabliert.

Ein Stadtplaner aus Detroit hat einige Nachbarschaftsnamen, die in Maps vorkommen, auf eine Karte zurückverfolgt, die im Jahr 2002 von einigen Bewohnern der Gegend ins Netz gestellt wurde. Google hat die Grenzen und Bezeichnungen der Nachbarschaften übernommen, inklusive Tippfehler. Im Falle des "East Cut" wurde der Name auf Wunsch der Markenberater in die Karte aufgenommen. Ein Google-Sprecher gibt gegenüber der New York Times an, dass der Name durch "öffentliche Quellen" bestätigt worden sei. Dabei dürfte es sich um den Markenberater selbst gehandelt haben.