Das Global Editors Network (GEN) will Innovationen im Newsroom vorantreiben.

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Digital Life
04/25/2016

Wie Medien mit Facebook, Google & Co. umgehen

Der Jahreskongress des Global Editors Network (GEN) findet heuer erstmals in Wien statt. Der Umgang mit Facebook ist dabei ebenso Thema, wie neue Erzählformen mit Virtual Reality.

Die Zeiten, in denen Medien nur über Server publizieren würden, die im eigenen Keller stehen, seien vorbei, sagte Gerold Riedmann, Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten und Mitglied des Global Editors Networks (GEN) bei der Ankündigung des diesjährigen GEN-Summits, das von 15. bis 17. Juni erstmals in Wien stattfindet. Heute müssten Medien über ein Ökosystem an Verteilmechanismen publizieren, um Leser zu erreichen.

Wie sich Medienhäuser gegenüber Facebook, Google & Co. positionieren, wird Thema des Jahreskongresses der Journalistenvereinigung sein, der unter dem Titel "The Rise of Platform-Driven News" steht. Erwartet werden mehr als 600 Redakteure und Medienexperten aus über 80 Ländern.

Prominente Teilnehmer

Die Rednerliste des Kongresses kann sich sehen lassen. Meredith Artley, Chefredakteurin von CNN Digital, hat sich ebenso angekündigt wie Emily Bell, Vorsitzende des Tow Center for Digital Journalism an der Columbia University, und Mark Little, der bei Twitter für Medien in Europa und Afrika zuständig ist. Auch Marten Blenkesteijn, Gründer der News-Plattform Blendle und Rahul Chopra, Videoverantwortlicher bei NewsCorp, werden bei dem Kongress sprechen.

"Trends erkennen"

Das GEN Summit biete die Möglichkeit internationale Trends zu erkennen und zu diskutieren, sagte Daniela Kraus, Geschäftsführerin des in Wien ansässigen Fortbildungsstätte fjum, die den Kongress mitveranstaltet. 2016 werde mit neuen digitalen Formaten, Nachrichtensendern und Kooperationen das Jahr der Innovationen in österreichischen Medien, zeigte sich Kraus zuversichtlich.

Für Wien als Veranstaltungsort habe man sich entschieden, weil sich die Stadt zunehmend zum Zentrum für neue Medien entwickle, sagte Bertrand Pecquerie, CEO des Journalistennetzwerkes. Nach der Premiere im heurigen Jahr wird das Journalistentreffen auch 2017 in Wien über die Bühne gehen.

Innovationen im Newsroom

Gegründet wurde das Global Editors Network vor fünf Jahren, um Innovationen im Newsroom voranzutreiben. Bei der Auswahl der Redner habe man großen Wert darauf gelegt, dass alle journalistischen Bereiche vertreten seien, sagte Pecquerie: Alteingessene Zeitungen, TV- und Radiostationen, aber auch neue Online-Player, wie Buzzfeed oder Mashable. Die Zukunft des Journalismus werden von ihnen allen definiert.

Thema des GEN Summits werden heuer auch Virtual-Reality-Anwendungen sein. In einem eigens eingerichteten VR-Studio in der Aula der Wissenschaften sollen Besucher des Kongresses Inhalte sehen können, die Medienhäuser, wie etwa die BBC, produziert haben.

Das Journalistentreffen wird auch Start-ups aus dem Medienbereich eine Bühne bieten. Derzeit werden in wöchentlich stattfindenden "Pitch-Battles" im Rahmen des Wettbewerbs "Startups for News" die Teilnehmer ermittelt. Diese Woche treten zwei junge Firmen gegeneinander an, die sich mit einem nicht zu vernachlässigenden Thema beschäftigen: Sie wollen Medienhäusern neue Möglichkeiten aufzeigen, Geld zu verdienen.