Digital Life
04.08.2016

Orthodoxe Kirche protestiert gegen satanisches Pokemon

Der Pokémon-Hype erzürnt in Wien nun auch die russisch-orthodoxe Kirche. Sie wehrt sich dagegen, dass im Altarraum ein Pokemon mit dem Namen Raa666 anzutreffen sei.

Die russisch-orthodoxe Kirche hat offizielle Beschwerde gegen ein „satanisches“ Pokémon namens " Raa666" eingelegt, das in der Kathedrale des Heiligen Nikolaus in Wien-Landstraße gefangen werden kann. In einem Schreiben an die Entwicklerfirma Niantic Labbs fordert die Kirche die unverzügliche und dauerhafte Entfernung des "Pokémon-Zentrums" aus dem Altarraum. "Die Verwendung der Kirche als Ort für ein Spiel könne nicht hingenommen werden", lautet es in der Begründung.

Sicherheitsbedrohung

Aus der inhaltlich etwas wirr verfassten Aussendung lässt sich ableiten, dass die Verantwortlichen die Mechanismen des Spiels offenbar nicht wirklich verstanden haben. Denn ein " Raa666"-Pokémon, das gefangen werden muss, existiert natürlich nicht von Haus aus. Es könnte sich dabei um den Nutzernamen eines Spielers in der als "Pokémon-Zentrum" bezeichneten Arena oder um ein dort platziertes Pokémon handeln, das von einem Spieler auf "Raa666" umbenannt wurde.

Das Spiel ist der Kirche - und offenbar nicht nur der - auch aus anderen Gründen ein Dorn im Auge. In der Aussendung wird auch kritisiert, dass sich immer wieder Menschen in der Gegend um die Kirche aufhalten. Eine durch das Spiel provozierte Ansammlung von Menschen könne aus Sicherheitsbedenken nicht akzeptiert werden, da die Kathedrale auf dem diplomatischen Territorium der Russischen Föderationn stehe und sich auch die Botschaften des Iran, Deutschlands, Englands und Chinas in unmittelbarer Nähe befinden, heißt es wörtlich.

Neben dem offiziellen Schreiben an die Firma Niantic Labs sei sowohl der österreichische Verfassungsschutz sowie das Kultusamt von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt worden. Eine Reaktion steht laut den Kirchenvertretern noch aus.