© Reuters/JONATHAN ERNST

Prism

Zuckerberg kritisiert Umgang mit NSA-Skandal

Facebook-Chef Mark Zuckerberg sieht einen Vertrauensverlust bei den Nutzern nach Berichten über das US-Spionageprogramm Prism. Facebook habe ein Auge darauf, wie sehr Menschen der Firma vertrauten, sagte Zuckerberg bei einer Fragerunde des Magazins The Atlantic in Washington. Diese Werte seien nach den Enthüllungen gefallen - und zwar auch für andere Internetfirmen wie Google oder Twitter. "Die Vertrauenswerte für alle sind runtergegangen, als Prism bekanntwurde. Daher denke ich, dass das eine wichtige Sache ist."

Mehr Transparenz gefordert

Die US-Regierung fordert Zuckerberg zu mehr Transparenz bei den Spähaktionen des Geheimdienstes auf. Ihm geht es dabei um die Anfragen der NSA an die Internetkonzerne über die Bereitstellung von Daten. "Ich glaube, je mehr Transparenz und Kommunikation es von der Regierung darüber gibt, welche Daten sie von uns haben will, desto besser wird sich jeder dabei fühlen", so Zuckerberg.

"Durch Berichte in den Medien kann man kein Gefühl dafür bekommen, ob die Zahl der Anfragen eher nahe Tausend oder nahe 100 Millionen liegt", ergänzte der 29-jährige Milliardär.

Zynismus

Zuckerberg kritisierte auch ausdrücklich Äußerungen der Regierung zu den Spionageaktionen des Geheimdienstes NSA, die manchmal "absolut nicht hilfreich" gewesen seien: "Oh wir spionieren nur Ausländer aus, Gott sei Dank", sagte Zuckerberg ironisch und fügte gleich hinzu: "Wir versuchen einen internationalen Service anzubieten und wollen auch im Ausland nicht unter die Räder kommen." Nach Facebook-Angaben nutzen weltweit jeden Monat 1,1 Milliarden Menschen dieses Netzwerk.

Die amerikanischen Internet- und Technologiefirmen Facebook Yahoo, Google und Microsoft haben vor Gericht beantragt, die Öffentlichkeit über Geheimdienstanfragen informieren zu dürfen. Bislang sind sie zur Geheimhaltung verpflichtet.

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Kommentare