Digital Life
12.04.2016

Zuckerberg will mehr Bots und eine offene Gesellschaft

Mark Zuckerberg warnt in seiner Eröffnungsrede bei der Facebook-Entwicklerkonferenz F8 vor "der Errichtung von Mauern aus Angst" und kündigt eine Bot-Plattform an.

"Unser 10-Jahres Plan setzt alles daran, noch mehr Menschen zu verbinden. Das Internet soll allen zur Verfügung stehen", sagt Zuckerberg in seiner Ansprache. Nur durch stärkere Vernetzung und Zusammenarbeit könne die Menscheit die großen Herausforderungen der Zukunft - etwa Klimawandel - bewältigen. Für Facebook bedeutet das, das eigene App-Angebot weiter auszubauen. "Jeder soll mit unseren Apps alles jederzeit mit jedem teilen können", sagt Zuckerberg.

In den nächsten 10 Jahren soll das Facebook-Netzwerk mit Unternehmen und Entwicklern weiter ausgebaut werden und noch mehr Nutzer erreichen. Dabei sollen einzelne Facebook-Services wie Facebook-Messenger zu eigenständigen Ökosystemen ausgebaut werden. Die Interaktion mit Unternehmen soll dabei beim Facebook-Messenger eine zentrale Rolle einnehmen. "Menschen sollten Firmen so einfach wie Freunde kontaktieren können", sagt Zuckerberg.

Die Bots kommen

Um dieses Ziel zu erreichen, präsentiert Facebook eine offene Bot-Plattform für Unternehmen. Die Firmen können eigene Bots entwickeln, die über den Messenger kontaktiert werden können. Mit solchen Bots können Kunden in Verbindung treten und beispielsweise Waren oder Dienstleistungen bestellen.

Live-Videos sollen ebenfalls mehr Gewicht bei Facebook bekommen. Ein eigener Reiter soll es Nutzern ermöglichen "live zu sehen, was ihre Bekannten gerade machen", wie Zuckerberg ankündigt. Den Ausbau von Live-Videos hatte Zuckerberg bereits beim Townhall-Event in Deutschland angekündigt. Auch hier soll es eine Entwicklerschnittstelle geben, die es Drittanbietern erlaubt, eigene Services zu entwickeln.

Internet für alle

In wenigen Monaten soll der erste Facebook-Satellit ins All geschossen werden, um Sub-Sahara-Afrika mit Internet zu versorgen. Auch der Bau von Drohnen, die denselben Zweck erfüllen, wird weiter vorangetrieben. Auch hier soll mit Free Basics ein eigenes Ökosystem geschaffen werden, für das Drittanbieter Apps entwickeln können, mit denen Menschen Zugang zu wichtigen Angeboten im Netz gewährt werden soll. So könnte laut Zuckerberg etwa die medizinische Versorgung in abgelegenen Gebieten verbessert werden.

Auch künstliche Intelligenz wird Facebook in den kommenden zehn Jahren beschäftigen. "Wir wollen Systeme bauen, die bessere Wahrnehmung haben, als Menschen", sagt Zuckerberg. So soll ein System, das Bilder erkennt und deren Inhalt beschreibt, den Informationszugang für Menschen mit Sehbehinderungen erleichtern.

Virtuelle Realität

Mit dem Start des Verkaufs von Oculus-Rift-Systemen, mit denen Nutzer in die virtuelle Realität eintauchen können, hat Facebook einen ersten Schritt in einem neuen Markt gemacht. "Noch in diesem Jahr wollen wir spezielle Controller für Oculus-Anwendungen veröffentlichen", sagt Zuckerberg. Neben Spielen liegt der Fokus hier vor allem auf sozialen Interaktionen. "Die Leute sollen das Gefühl haben, mit ihrem Gegenüber im selben Raum zu sein", erklärt Zuckerberg.