Games 29.07.2016

Pokemon Go für Fortgeschrittene: Wie man schneller aufsteigt

Pokémon kommen am Mittwoch heim nach Japan. Godzilla ist auch da. © Bild: APA/AFP/JOSEP LAGO

Der Einstieg in Pokémon Go ist relativ leicht, doch das rasche Vorankommen in den höheren Stufen fordert auch erfahrene Spieler. Wir geben Tipps.

“Ich will der Allerbeste sein, wie keiner vor mir war.” Bereits die erste Zeile des Titelsongs der Pokémon-Serie verrät, worauf es ankommt. Doch um dieses Ziel in Pokémon Go zu erreichen, ist ein hartes Stück Arbeit erforderlich - und man muss das System hinter dem Spiel durchschauen.

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People use their phones during a "Pokemon Go" smartphone game release party in Toronto, Monday, July 18, 2016. (Cole Burston/The… © Bild: AP/Cole Burston
So simpel das Spielprinzip sein mag, der Weg zur Trainer-Elite ist lang und mit vermeintlich unfairen Hindernissen verbunden. Diese lassen sich durch die Investition von echtem Geld umgehen, mit einer guten Strategie gelingt der Aufstieg aber auch ohne unnötige Ausgaben. Die futurezone fasst die wichtigen Fakten zusammen.

Das Taubsi-Prinzip

Der wohl wichtigste Gegenstand jedes Pokémon-Trainers sind die sogenannten Glückseier. Diese können nicht an PokéStops eingesammelt werden, sondern sind nur im Shop gegen Pokécoins erhältlich. Zudem erhält der Spieler Glückseier als Belohnung, wenn er Level 9, 15, 20, 25, 30, 35 und 40 erreicht. Aktiviert man ein Glücksei, erhält der Spieler 30 Minuten lang alle Erfahrungspunkte doppelt ausbezahlt. In Kombination mit Taubsi kann man sich hier einen ordentlichen Schub verpassen.

Taubsi ist eines jener Pokémon, denen man am häufigsten begegnen wird. Doch auch wenn die Versuchung groß ist, es einfach zu ignorieren, sollte man es dennoch fangen. Denn es ist relativ einfach, Taubsi weiterzuentwickeln, da dafür nur zwölf Bonbons erforderlich sind. Einige Spieler haben das rasch erkannt und früh begonnen, Taubsi zu horten.

Große Sprünge möglich

Erst dann, wenn sie eine bestimmte Zahl an Taubsi und Bonbons gesammelt haben, aktivieren sie ein Glücksei und sammeln so tausende Erfahrungspunkte auf einmal ein. Da das Weiterentwickeln eines Pokémon stets 500 Erfahrungspunkte bringt, egal um welche Entwicklungsstufe es sich handelt, sollte man so oft wie möglich zu dieser Methode greifen - egal wie viele Rattikarl, Tauboga oder Kokuna man bereits hat.

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A woman plays Nintendo's Pokemon Go game on her mobile phone in front of a McDonald's restaurant at Akihabara shopping district … © Bild: APA/AFP/TORU YAMANAKA
Hier gilt es auch, der Versuchung zu widerstehen, ein Pokémon auf die dritte Entwicklungsstufe zu bringen. Denn für den Sprung von Tauboga auf Tauboss gibt es genauso viele Erfahrungspunkte wie für die Weiterentwicklung eines Taubsi zum Tauboga, die Kosten sind mit 50 Bonbons aber deutlich höher. Um möglichst rasch aufsteigen zu können, muss man hier möglichst kalkuliert vorgehen. Mittlerweile gibt es eigene Dienste, die “Taubsi-Rechner” anbieten, beispielsweisePidgeyCalc oder “Pidgey Spam” von Poké Assistent.

“Team Rocket”-Methoden

Auch wenn eine feindliche Arena scheinbar uneinnehmbar ist, kann sie dennoch zu einer Goldgrube an Erfahrungspunkten werden. Der Spieler muss lediglich den ersten Kampf gegen das schwächste Pokémon der Arena gewinnen und rechtzeitig vor dem Beginn des zweiten Kampfes fliehen. So erhält man 150 Erfahrungspunkte und kann den Angriff sofort wiederholen. Es mag keine ehrenwerte Vorgehensweise sein, doch im Gegensatz zu PokéStops hat man hier keine Cooldown-Phase und kann in kurzer Zeit viele Erfahrungspunkte sammeln.

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A picture taken on July 14, 2016 shows an avatar on the screen of a mobile phone as a player uses the Pokemon Go application on … © Bild: APA/AFP/STEFAN HEUNIS
Ebenfalls moralisch fragwürdig, aber beliebt: Das “Kapern” einer gerade befreiten Arena. Nachdem ein Trainer die letzten gegnerischen Pokémon aus einer Arena geworfen hat, ist die Arena kurzfristig “Freiwild” und kann auch von gegnerischen Trainern beansprucht werden. Meist werden diese rasch wieder hinausgeworfen, die Zeit reicht aber meist, um den Countdown für eine Arena-Belohnung in Gang zu setzen. Dabei bekommt man immerhin 500 Sternenstaub sowie zehn Pokécoins.

Starke Schwäche

Hin und wieder wird auch das sogenannte “Karping” praktisch eingesetzt. Dabei setzen Spieler ein Karpador in die gerade eroberte Arena, um den Gegner zu verhöhnen. Wer Freunde der gleichen Fraktion dabei hat, kann so aber auch rasch einige Trainingskämpfe gegen das schwache Pokémon gewinnen und so das Prestige der Arena steigern. Das öffnet auch zusätzliche Plätze, sodass andere Trainer der gleichen Fraktion ihre Pokémon in die Arena setzen können. Das schwache Karpador verbleibt zwar, meist gleichen das aber zwei oder drei besonders starke Pokémon wieder aus.

Kämpfen in Pokémon Go kann zudem mehr als nur stumpfsinniges Tippen auf den Bildschirm sein. So weist ein gelbes Blitzen zu Beginn darauf hin, dass der Gegner angreifen wird. Sobald der Spieler das Blitzen sieht, muss er nach links oder rechts ausweichen. Dann geht der Angriff des Gegners in die Leere und man hat Gelegenheit, ein paar Mal ohne Gegenwehr anzugreifen. Die Zeit für den Angriff beträgt aber meist nur wenige Sekunden. Einigen Attacken kann man allerdings nicht ausweichen. Das Kämpfen auf diese Weise ist anstrengender, macht sich aber insbesondere im Kampf gegen vermeintlich übermächtige Pokémon bezahlt.

Besser fangen

Genaues Zielen beim Werfen von Pokébällen macht sich ebenfalls bezahlt. Je nach Größe des Kreises kann man verschiedene Erfolge erzielen, die zusätzliche Erfahrungspunkte bringen. Ist der Kreis relativ groß und man trifft diesen Bereich, bekommt man einen “Klasse”-Wurf, der zehn Erfahrungspunkte zusätzlich bringt. “Großartig” bedeutet, dass der Kreis bereits auf die Hälfe des Durchmessers zusammengeschrumpft ist, wofür man mit 50 Erfahrungspunkten belohnt wird. Ein “Fabelhaft”-Wurf ist noch ein Stück schwieriger, da der Kreis auf ein Drittel der ursprünglichen Größe zusammenschrumpfen muss. Hier winken aber als Belohnung 100 Erfahrungspunkte.

Pokemon Go
© Bild: Pokemon Company/Screenshot
Die Auswirkungen auf die Fangquote sind umstritten, es hat aber den Anschein, dass die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Versuch bereits mit “Klasse” deutlich höher sind. Auch ein sogenannter “Curveball” kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen und bringt zehn zusätzliche Erfahrungspunkte. Dazu muss der Pokéball vor dem Werfen schnell gedreht werden. Dann wird er mit Drall in die gedrehte Richtung geworfen.

Mehr fangen

Das wohl wichtigste Hilfsmittel, um Pokémon anzulocken, sind die sogenannten Lockmodule. Wie die Glückseier erhält man diese nur als Belohnung für Levelaufstiege oder kostenpflichtig im Shop. Die Lockmodule sind ein Garant dafür, dass 30 Minuten lange mehr Pokémon (und andere Spieler) auftauchen werden. Hier sollte man die Augen nach Hotspots offenhalten, an denen drei oder mehr PokéStops eng beieinander liegen. Platziert man in einem kleinen Umkreis mehrere Lockmodule, braucht man sich meist nur mehr zurücklehnen und auf die Pokémon warten. Jedes Modul lockt eine bestimmte Zahl an Pokémon an, die Menge der fangbaren Pokémon steigt also mit jedem Lockmodul an. Hier macht es auch Sinn, gemeinsam als Gruppe zu investieren, da jeder die angelockten Pokémon fangen kann.

Das ist beim Rauch nicht der Fall. Dieser Gegenstand lockt ebenfalls Pokémon an, die allerdings nur vom Spieler selbst gesehen werden können. Dabei zahlt es sich übrigens aus, in Bewegung zu bleiben. Wie einige Reddit-Nutzer im Protocol Buffer entdeckt haben, erscheint beim Stillstehen nur alle fünf Minuten ein Pokémon, in Bewegung wird diese Zeit auf eine Minute verkürzt. Dazu muss man aber mindestens 200 Meter zurücklegen - das würde einem Tempo von zwölf Kilometern pro Stunde entsprechen, wenn man die Spawn-Rate ausreizen möchte. Hier ist man wohl mit einem Fahrrad, Skateboard oder Rollerskates klar im Vorteil.

Wer übrigens wissen will, ob ein Pokémon wegen einem Lockmodul oder Rauch erscheint, muss genau hinschauen. Ist der Kreis um das Pokémon weiß, wäre es ohnedies aufgetaucht, Rosa weist auf ein angelocktes Pokémon hin. Das ist besonders hilfreich, wenn man mit Freunden unterwegs ist und Rauch aktiviert. So kann man rasch herausfinden, ob das Pokémon für alle oder nur für einen Spieler sichtbar ist.

Brüten beim Laufen

Ebenfalls wichtig: Eier ausbrüten. Pokémon Go belohnt Spieler, wenn diese lange Strecken zurücklegen. Der Spieler erhält immer wieder an PokéStops sowie bei Levelaufstiegen Eier als Belohnung, die nach einer bestimmten zurückgelegten Strecke “ausgebrütet” sind. Daraus entschlüpfen dann, je nach Strecke, bestimmte Pokémon. Während in Zehn-Kilometer-Eiern seltene Pokémon wie Pantimos stecken können, muss man sich in Zwei-Kilometer-Eiern oftmals auch mit Zubat oder Karpador zufrieden geben.

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Man kann es lieben oder man kann es hassen, aber man sollte Pokémon Go nicht als Schwachsinn hinstellen © Bild: APA/AFP/dpa/SOPHIA KEMBOWSKI
Der Spieler verfügt von Beginn an über einen Inkubator, in dem unbegrenzt viele Eier ausgebrütet werden können und erhält immer wieder zusätzliche Inkubatoren als Belohnung. Da es sich nicht wirklich bezahlt macht, Zwei-Kilometer-Eier mit den Wegwerf-Inkubatoren auszubrüten, sollte man diese bevorzugt in den Haupt-Inkubator stecken. Wer besonders clever ist, kombiniert das bevorstehende Ausbrüten von einem oder mehreren Eiern mit dem Taubsi-Trick und einem Lockmodul und holt so das Maximum an möglichen Erfahrungspunkten heraus.

Apropos: Laufen gehen mit Pokémon Go zahlt sich aus, auch wenn das Spiel nicht immer die gesamte Strecke zählt. So erkannte Pokémon Go bei einem 13 Kilometer langen Lauf lediglich 3,3 Kilometer an. Der Grund dafür ist unklar, einige vermuten jedoch, dass das Spiel nicht die komplette Route speichert, sondern lediglich hin und wieder die GPS-Position aufzeichnet. Die Luftlinie zwischen den beiden Punkten wird dann als die zurückgelegte Strecke verbucht. Hier haben Läufer einfach Pech.

Richtig entwickeln

Es mag den Anschein haben, dass jedes Pokémon einer Art gleich ist, doch der Teufel steckt im Detail. Das Potenzial der gefangenen Pokémon ist anhand jenem Halbkreis zu sehen, der über dem Pokémon angezeigt wird. Dieser gibt an, wie stark das Pokémon mithilfe von Power-ups verbessert werden kann. Dabei kann es vorkommen, dass man zwei Pokémon der gleichen Art mit gleich vielen Wettkampfpunkten besitzt, die allerdings unterschiedlich viel Potenzial besitzen. Das eine Pokémon ist bereits zu 80 Prozent entwickelt, das andere jedoch erst zu 60 Prozent.

Erreicht ein Pokémon die nächste Entwicklungsstufe, steigen zwar die Wettkampfpunkte an, das relative Potenzial bleibt allerdings gleich. Hatte das Pokémon also zuvor 80 Prozent der maximalen Wettkampfpunkte, kann die nächste Entwicklungsstufe weiterhin um die restlichen zwanzig Prozent verbessert werden. Doch wie werden eigentlich die maximalen Wettkampfpunkte errechnet? Die einfache Antwort: Zufall. Grundsätzlich hat jedes Pokémon die gleichen Werte für Angriff, Verteidigung und Ausdauer. Im Hintergrund werden aber die sogenannten “Individual Values” (individuelle Werte) hinzugefügt, die diese Werte um bis zu 15 Punkte erhöhen können.

Wie hoch die sogenannten “IV”-Werte sind, kann mithilfe von Online-Tools wie dieser Google-Tabelle berechnet werden. Dabei zeigt sich auch das mögliche Potenzial der Pokémon und ob es überhaupt Sinn macht, dieses Pokémon weiterzuentwickeln.

Power-ups erst ab Level 20

Hier hängt es auch stark davon ab, welchen Level der Trainer hat. Der maximale Wert an Wettkampfpunkten eines wilden Pokémon hängt von einem internen Multiplikator ab, der mit jedem Level steigt. Einfach ausgedrückt: Je höher euer Level, desto besser können die Pokémon sein, denen ihr begegnet. Hier gilt aber: Können, nicht müssen. Ihr werdet auch mit Level 30 weiterhin Rattfratz mit 30 Wettkampfpunkten begegnen. Es macht daher erst ab höheren Levels, beispielsweise Level 20, Sinn, Pokémon gezielt weiterzuentwickeln und zu verbessern. Kraftpunkte und die verfügbaren Angriffe werden offenbar rein zufällig generiert. Das Gewicht und die Größe der Pokémon scheinen hier keine Rolle zu spielen.

Das Ende ist in Sicht

In Pokémon Go sind die Rollen vertauscht: Statt den Pokémon steigt der Trainer im Level auf. Dabei geht es, klassisch für ein Free-to-Play-Spiel, zu Beginn recht flott voran, was für zahlreiche Erfolgserlebnisse sorgen dürfte. Doch sobald man Level 25 erreicht, wird das Spiel unerwartet fordernd. Das ist durchaus bewusst. Denn auch wenn die Wahrscheinlichkeit steigt, dass man ein besonders starkes Pokémon fängt, ist es auch wahrscheinlicher, dass sich dieses dem Fangen widersetzt oder flüchtet.

So kann es dem Spieler auch bei schwachen Pokémon mit niedrigen Wettkampfpunkten, beispielsweise Taubsi oder Rattfratz, passieren, dass zahlreiche Pokébälle zum Fangen aufgebraucht werden müssen. Daher sollte man auf höheren Levels Pokébälle rationieren statt alles zu fangen, was daherkommt. Ohnedies wird es ab einem bestimmten Punkt besonders schwer, überhaupt noch aufzusteigen. Während für den Sprung von Level 19 auf Level 20 25.000 Erfahrungspunkte gesammelt werden müssen, sind für Level 30 bereits 500.000 Erfahrungspunkte notwendig. Für Level 40, das bislang die Obergrenze darstellt, benötigt man stolze fünf Millionen Erfahrungspunkte - das sind mehr Erfahrungspunkte als man von Level 1 bis Level 34 insgesamt sammelt (4,75 Millionen).

Daher sollte man wohl spätestens ab Level 20 damit beginnen, das Spiel zu genießen, denn der weitere Aufstieg ist mit harter Arbeit verbunden. Wer ebenso rasch vorankommen will wie auf den Stufen davor, kommt aber wohl nicht umhin, echtes Geld zu investieren.

Was sind eure Erfahrungen mit Pokémon Go? Hinterlasst uns Tipps und Fragen in den Kommentaren.

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( futurezone ) Erstellt am 29.07.2016