Meinung
28.11.2016

US-Weihnachtsgeschäft verlagert sich zunehmend ins Internet

Während der Online-Handel an Bedeutung gewinnt, kämpft der stationäre Handel mit rückläufigen Umsätzen. Dieser will sich aber nicht kampflos geschlagen geben.

In den USA ist der "Black Friday", der Freitag nach Thanksgiving, für den Handel der traditionelle Start ins Weihnachtsgeschäft. Es ist der Tag, an dem die Händler in die schwarzen Zahlen kommen - daher der Name. Aber auch hier bläst der Wind der Veränderung, der Black Friday verliert zunehmend an Bedeutung. Ein immer größerer Anteil des Weihnachtsgeschäfts verlagert sich ins Internet, und dort ist der Tag, an dem gekauft wird, nicht so wichtig. Der stationäre Handel hingegen kämpft mit rückläufigen Umsätzen.

Nach ersten Zahlen eines auf den Handel spezialisierten Consulters sind die in den amerikanischen Geschäften getätigten Umsätze am Donnerstag und Freitag um insgesamt fünf Prozent gefallen (alle Zahlen im Vergleich zu 2015). Die online Umsätze hingegen sind an beiden Tagen um 18 Prozent gestiegen, am Black Friday selbst wurde erstmals die Marke von drei Milliarden Dollar bei online Transaktionen überschritten. Noch dramatischer ist der Zuwachs bei den Einkäufen über mobile Endgeräte, die sind an den beiden Tagen nämlich um satte 33 Prozent nach oben geschnellt. Im heurigen US-Weihnachtsgeschäft sollen übrigens erstmals mehr Menschen online als im stationären Handel einkaufen.

Online-Handel vs. stationärer Handel

Dabei hat der US-Handel ohnedies einiges aufzuholen, denn der November hat sich auf Grund der hochdramatischen Präsidentschaftswahl bei den Umsätzen eher unterdurchschnittlich angelassen. Dennoch ist man bei der US Retail Federation für das heurige Weihnachtsgeschäft recht optimistisch, man erwartet einen Zuwachs von 3,6 Prozent gegenüber 2015. Wenn das erreicht wird, würde der Zuwachs über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre liegen.

Der stationäre Handel gibt sich aber gegenüber der mächtigen Konkurrenz aus dem Internet keineswegs kampflos geschlagen. Einerseits stocken viele traditionelle Handelsketten ihr online Angebot massiv auf. Walmart beispielsweise bietet im heurigen Weihnachtsgeschäft 23 Millionen Artikel im Internet zum Kauf an - zu Jahresbeginn waren es erst acht Millionen. Andererseits setzt der stationäre Handel voll auf weihnachtliche Stimmung, denn das ist etwas, was das Internet nicht bieten kann. Santa Claus persönlich kann man nur treffen, wenn man in der Vorweihnachtszeit in ein Geschäft geht...

Monika Rosen

Monika Rosen (54) kommentiert als Börse-Expertin regelmäßig das Geschehen an den internationalen Finanzmärkten. Nach Studiengängen ist Österreich und den USA startete sie 1989 ihre Karriere im Bankgeschäft, seit vielen Jahren ist sie die Chefanalystin im Private Banking der Bank Austria.