Netzpolitik
26.05.2018

Ägypten sperrt YouTube wegen Anti-Islam-Video

Ein ägyptisches Gericht hat angeordnet, den Zugang zur Videoplattform ein Monat lang zu sperren.

Wegen eines anti-islamischen Videos hat das ägyptische Oberverwaltungsgericht die staatliche Telekommunikationsbehörde aufgefordert, den Internetdienst Youtube für einen Monat zu sperren. Das Gericht bestätigte damit am Samstag ein früheres Urteil niedrigerer Instanz. Wann die Sperre beginnen soll, war zunächst noch nicht klar.

Bereits im Jahr 2012 war wegen eines umstrittenen Videos, in dem der islamische Prophet Mohammed verunglimpft wird, Klage eingereicht worden. Ein ägyptisches Gericht hatte 2013 die einmonatige Sperre des von Mutterkonzern Google betriebenen Videoportals verhängt, die staatliche Telekommunikationsbehörde legte anschließend Berufung gegen das Urteil ein.

Kontroverse um Mohammed-Video

Bei dem umstrittenen Video handelt es sich um eine 14-minütige Sequenz von „Innocence of Muslims“ („Unschuld der Muslime“). Darin wird der islamische Prophet Mohammed als Mörder, Vergewaltiger und Frauenheld dargestellt.

Nach der Veröffentlichung des Videos vor sechs Jahren war es in Teilen der arabischen Welt zu gewaltsamen Protesten gekommen. Mehrere Menschen starben, die deutsche Botschaft im Sudan und die amerikanische Botschaft in Tunis wurden in Brand gesteckt. In Pakistan war Youtube für drei Jahre gesperrt.