Netzpolitik
27.12.2017

Datenschutz-NGO von Max Schrems fehlen noch 142.000 Euro

Die von Datenschützer Max Schrems geplante Organisation "noyb" ist noch auf Unterstützer angewiesen, damit sie verwirklicht werden kann. 108.000 Euro wurden bisher gesammelt.

Die vom Juristen und Datenschützer geplante NGO „noyb - Europäisches Zentrum für Digitale Rechte“ benötigt noch rund 142.000 Euro für eine erfolgreiche Finanzierung. Neben mehr als 500 Einzelpersonen, die das Projekt bisher unterstützen, gibt es laut „nyob“ aktuell Finanzierungszusagen vom Firefox-Entwickler Mozilla, der Stadt Wien und dem Betreiber der Suchmaschine StartPage.com. Bis Ende Jänner läuft die Crowdfunding-Kampagne noch - insgesamt sollen zumindest 250.000 Euro zusammenkommen.

Arbeit für den Datenschutz

Das Geld ist laut Schrems notwendig, um Techniker und Juristen zu beschäftigen. Der Vorstand wird ehrenamtlich arbeiten. Sollte der Betrag bis Ende Jänner zusammenkommen, will die NGO bereits ab Februar 2018 seine Tätigkeit aufnehmen. Am 25. Mai 2018 tritt in der EU die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft, die einheitliche Grundprinzipien für Unternehmen vorgibt, die personenbezogene Daten verarbeiten und auch Sanktionen vorsehen.

Basierend auf den Erfahrungen aus den Klagen gegen Facebook will „noyb“ mit Mahnungen, Beschwerden, Musterverfahren oder Sammelklagen dazu beitragen, „dass missbräuchliche Verwendung von Daten keine Grundlage für Geschäftsmodelle darstellen darf“.

Firmen auf die Finger schauen

Europa bekommt das beste Datenschutzgesetz der Welt. Die neuen Regeln sind ein großer Schritt vorwärts. Jetzt müssen sie auch in der Praxis umgesetzt werden“, betonte Schrems. Die NGO wolle alle Unternehmen unterstützen, die die Gesetze ernst nehmen. „All jenen, die sich Wettbewerbsvorteile durch Missachtung der DSGVO verschaffen möchten, werden wir sehr genau auf die Finger schauen.“