Netzpolitik
08.04.2018

Facebook suspendiert Datenfirma, die bei Brexit-Wahl involviert war

Der Datenanalyse-Anbieter AggregateIQ wird verdächtigt, mit abgegriffenen Daten die Brexit-Abstimmung beeinflusst zu haben.

Im Facebook-Datenskandal hat das Online-Netzwerk eine weitere Firma suspendiert, die eine Rolle beim Brexit-Referendum gespielt hatte. Bei dem kanadischen Datenanalyse-Anbieter AggregateIQ hatten die Befürworter des Austritts Großbritannien aus der Europäischen Union mehrere Millionen Pfund ausgegeben.

Ein Facebook-Sprecher erklärte am Wochenende, Auslöser für die vorläufige Suspendierung seien jüngste Berichte über Verbindungen zwischen AggregateIQ und der Muttergesellschaft der Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica, SGL.

Cambridge Analytica hatte von einem App-Entwickler unerlaubterweise Informationen von Dutzenden Millionen Facebook-Usern bekommen, die er über eine Umfrage eingesammelt hatte. Nach Berechnungen von Facebook könnten davon insgesamt bis zu 87 Millionen Nutzer betroffen sein, davon über 30.000 in Österreich.

Cambridge Analytica erklärte, man habe Datensätze zu 30 Millionen Nutzern erhalten. Der als Informant auftretende frühere Cambridge-Analytica-Mitarbeiter Christopher Wylie, dessen Enthüllungen den aktuellen Datenskandal ausgelöst hatten, hatte auch von enger Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen berichtet.