Netzpolitik 05.03.2018

đŸ˜ș.fm: Neue LĂ€nder-Domains lassen Emojis zu

© Bild: emojipedia

Emoji-Domains sind im Kommen. Doch viele Browser und Social-Media-Dienste können sie nicht anzeigen.

Emoji-Domains sind prinzipiell einfach zu merken, werden aber von einigen Browsern und Social-Media-Diensten noch nicht unterstĂŒtzt. Im Gegensatz zu kurzen URLs gĂ€ngiger Top-Level-Domains sind allerdings noch viele verfĂŒgbar, heißt es in einem aktuellen Bericht der „Computer Base“.

đŸ˜ș.to: Der offizielle IDN-Standard, also die derzeit registrierbaren Sonderzeichen und Umlaute schließen Emojis aktuell aus. Die internationale Internet Corporation for Assigned Names and Numbers ( ICANN) hat die Benutzung von rund 8000 Zeichen inklusive Emojis innerhalb von Top Level Domains bereits im Jahr 2008 verboten. Die ICANN managet Domains wie .com, .net oder .org. Die BegrĂŒndung damals lautete: Nutzer könnten die Emojis leicht verwechseln und Opfer von Phishing-Angriffen werden. Daran hat sich auch 2018 nichts geĂ€ndert. Zudem kommen laufend neue Emojis hinzu und die Verwechslungsgefahr steigt dadurch sogar noch weiter an.

Endungen mit Emoji-Domains

Dennoch gibt es immer mehr LĂ€nder und Organisationen, die Emoji-Domains zulassen, denn lĂ€nderspezifische Domainregistrierungsstellen können frei entscheiden, ob sie Emojis zulassen oder nicht. Zuletzt hat etwa dotFM bekannt gegeben, Emojis mit der Endung .fm (Federated States of Micronesia) zuzulassen. Die Organisation hat eine Liste von Emoji-Domains veröffentlicht, die zugelassen werden. Das heißt, es werden nicht alle Emoji unterstĂŒtzt, sondern nur ausgewĂ€hlte, die auf dem „Unicode Consortium Emoji Version 5.0“-Standard basieren. Laut dem Bericht von „ Computer Base“ könnten sich in naher Zukunft immer mehr LĂ€nder dieser Regelung anschließen. Andere Domain-Endungen, mit denen Emojis möglich sind: .ws (Western Samoa), .la (Laos), .ai (Anguilla) und .to (Tonga).

Die futurezone hat bei nic.at, die die LĂ€nder-Domain .at managet, nachgefragt, ob die Zulassung von Emoji-Domains geplant sei. „Derzeit ist es nicht in Planung, auch schließt der offizielle IDN-Standard diese Zeichen aktuell aus. Emoji-Domains sind insofern problematisch, da viele Browser das Format nicht unterstĂŒtzen, die Unterscheidung von Klein- und Großbuchstaben unmöglich ist und die Domains daher nicht stabil funktionieren. Sollten Emoji-Domains in der Zukunft zum Standard werden, wird sich nic.at natĂŒrlich auch zum gegebenen Zeitpunkt mit dieser Entwicklung beschĂ€ftigen“, heißt es seitens NIC.at auf futurezone-Anfrage.

Derzeitige Probleme: Die Browser Chrome und Firefox zeigen den Code statt der Emoji an, wenn man das Emoji eingibt. Der HTML5-Standard unterstĂŒtzt Emojis aber. Um die Verwechslungsgefahr von Emojis gering zu halten, könnte man sich etwa auf eine fixe Auswahl einigen.

( futurezone ) Erstellt am 05.03.2018