Netzpolitik
05.04.2018

NATO: Cyberangriff könnte kollektive Verteidigung auslösen

Die NATO rüstet sich für künftige Auseinandersetzung: Generalsekretär sieht Caberangriff als möglichen Kriegsgrund.

Die NATO könnte im Fall eines verheerenden Cyberangriffes laut Generalsekretär Jens Stoltenberg ihren kollektiven Verteidigungsmechanismus zum zweiten Mal auslösen. „Die NATO nimmt Cyberbedrohungen sehr ernst, weil wir immer mehr Cyberangriffe gesehen haben“, sagte Stoltenberg am Mittwoch (Ortszeit) in der kanadischen Hauptstadt Ottawa. „Cyberangriffe können genauso verheerend sein wie militärische Angriffe“, fügte er hinzu. Die NATO hatte sich 2014 darauf geeinigt, dass ein Cyberangriff den kollektiven Verteidigungsmechanismus nach Artikel Fünf des NATO-Vertrags auslösen kann.

Der Artikel Fünf besagt, dass ein Angriff auf einen oder mehrere Bündnismitglieder als Angriff gegen alle gewertet wird. Das war bislang erst einmal der Fall: nach dem Terroranschlag vom 11. September 2001 in New York. Die NATO verstärkt derzeit ihre Schutzmaßnahmen gegen Cyberangriffe. Alle Mitgliedsstaaten sollen in die Lage versetzt werden, sich gegen solche zu verteidigen. „Wir haben ein Team mit 200 Cyberexperten, die bereit sind, in den verschiedenen NATO-Ländern bei der Verteidigung des Cyberspace zu helfen“, sagte Stoltenberg.