© Reuters

Netzpolitik
09/01/2014

Polizei droht Domain-Registraren von File-Sharing-Websites

Die Londoner Polizei wirft Unternehmen vor, die Domains für File-Sharing-Websites registrieren, wissentlich kriminelle Handlungen zu unterstützen.

Eine häufige Praxis von File-Sharing-Websites ist das Wechseln der Domain, um ein Sperren der Website zu verhindern. Eines der besten Beispiele hierfür ist die Torrent-Website The Pirate Bay, die bereits mehrmals Domain wechselte, weil die vorherige gesperrt wurde. Jetzt hat die Londoner Polizei eine neue Kampagne zur Bekämpfung von File-Sharing-Websites gestartet, die genau dieses Schlupfloch schließen will.

Im Vorjahr wurden bereits Domain-Registrare von der Polizei kontaktiert und gebeten, die Domains von File-Sharing-Websites zu deaktivieren. Die meisten haben sich geweigert und darauf berufen, nur mit einer richterlichen Anordnung die Domains zu sperren. Diese Unternehmen haben jetzt erneut E-Mails von der Londoner Polizei bekommen.

Geschäftsbeziehungen überdenken

Wie Torrentfreak berichtet steht darin, dass das Unternehmen hiermit benachrichtigt wird, eine Domain zu verwalten, die für kriminelle Aktivitäten genutzt wird. Das Unternehmen solle seine Geschäftsbeziehung mit dem Besitzer/Käufer der Domain überdenken. Damit würde das Unternehmen vorbeugen, zukünftig beschuldigt zu werden wissentlich kriminelle Handlungen zu unterstützen.

EasyDNS hat solch ein Schreiben erhalten und fasst das E-Mail als Drohung auf. Das Unternehmen vermutet, dass das E-Mail als Basis genutzt werden könnte, um rechtliche Schritte gegen EasyDNS einzuleiten, sollten die Domains der File-Sharing-Websites nicht gesperrt werden. Obwohl keine richterliche Anordnung gegen die Websites vorliegen, könnte versucht werden EasyDNS wegen Beihilfe anzuklagen. EasyDNS will dennoch bei seinem Standpunkt bleiben und keine Domains ohne richterliche Anordnung sperren.