Netzpolitik 30.05.2018

Russland verlangt von Apple, Telegram aus App Store zu werfen

Hack ermöglicht kostenlose In-App-Käufe © Bild: Apple

Russland hat Telegram im April verboten. In Apples Store ist die App aber noch erhältlich. Das ärgert Moskau.

Russland hat bei Apple ein Ansuchen eingereicht, in dem die Entfernung der verschlüsselnden Messaging-App Telegram aus dem App Store entfernt wird, wie theverge berichtet. Zudem wird verlangt, dass Telegram in Russland keine Push-Benachrichtigungen mehr an Nutzer schicken dürfen soll, wie Wccftech berichtet. Das offizielle Schreiben fordert die Erfüllung der Bedingungen innerhalb eines Monats. Sollte Apple sich weigern, drohen Strafzahlungen.

Telegram hat seit April Probleme mit der russischen Regierung, weil das Unternehmen sich weigert, die Schlüssel für seinen kryptografisch gesicherten Nachrichtenaustausch mit den Sicherheitsbehörden zu teilen. Ein Gerichtsurteil hat Telegram deshalb in Russland verboten, mit der Begründung, dass das Angebot von Kriminellen und Terroristen genutzt werden könne. Im Mai hat Russland zudem 50 VPN-Anbieter blockiert, um den Zugang zu Telegram weiter zu erschweren.

Trotz dieser Maßnahmen nutzt ein Großteil der russischen Kunden Telegram weiterhin, wie die russische Kommunikationsbehörde Roskomnadzor mitteilt. Mur 15 bis 30 Prozent von Telegrams Geschäftstätigkeit seien bisher von den Maßnahmen betroffen. Deshalb versucht Russland jetzt, Apple unter Druck zu setzen, um weitere Hürden bei der Telegram-Nutzung durchzusetzen. In China hat Apple zuletzt ähnliche Forderungen erfüllt und einige VPN-Apps aus seinem Store genommen sowie seine Clouddienste auf lokale Serveranbieter verlegt.c

( futurezone ) Erstellt am 30.05.2018