"Scheiß Internet"-Preis für AnonAustria

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"Scheiß Internet"-Preis für AnonAustria
11/12/2011

"Scheiß Internet"-Preis für AnonAustria

Am Donnerstag wurde zum dritten Mal der "Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten" verliehen. Der Negativ-Award bekamen dieses Jahr das Hacker-Kollektiv AnonAustria für das Online-Stellen von privaten Daten und der A1-Chef Hannes Ametsreiter für seine Aussage über das Ende der Netzneutralität.

2008 erklärte ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz dem "Scheiß Internet", in das sich junge Menschen "verkriechen" den Kampf. Seit 2009 erinnert das Wiener Künstlerkollektiv monochrom mit dem Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten 2011 an die denkwürdigen Aussagen des ORF-Managers. Am Donnerstag war es soweit: Im Wiener Figurentheater Lilarum wurden die diesjährigen Negativ-Preise für diejenigen vergeben, "die durch Wort und Tat völlig unqualifizierte Statements gegen das Informationszeitalter abgeliefert haben". "Robin Hoods der Internetbevölkerung"AnonAustria wurde für "ihren selbstherrlichen Kampf, bei dem sie sich als Robin Hoods der entmachteten Internetbevölkerung aufspielen, tatsächlich aber Datenrüpel sind und Grundsätze der Hackerethik missachten" ausgezeichnet. Unter den im Netz veröffentlichten Daten befanden sich Privatadressen von Polizisten. Damit sei die achte Regel der Hackerethik verletzt worden, die lautet: "Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen."

Der A1-Chef Hannes Ametsreiter bekam nun nach dem diesjährigen "Big Brother Award" auch den "Wolo" - für dieselbe Aussage und zwar seine Ansage gegen Netzneutralität, die er gegenüber dem "Wall Street Journal" getätigt hatte. Er sprach sich dafür aus, dass die Entscheidung über die Drosselung von Diensten und den Einsatz von "Deep Packet Inspection" den Betreibern überlassen bleiben sollte. "Wir besitzen die Infrastruktur. Wir sollten auch entscheiden, wer sie benutzt." Die NominiertenNach dem Vorjahrespreisträger Medienstaatssekretär Josef Ostermaier (SPÖ) und den Wiener Grünen, denen der Preis 2009 zuerkannt wurde, standen dieses Jahr neben Ametsreiter für und AnonAustria auch noch Udo Jürgens, die Öffentlichkeitsarbeit für Kanzler Werner Faymann im Social Web und der Vatikan auf der Liste der Nominierten. Ein Video der Verleihung ist via Website des Künstlerkollektives monochrom abrufbar.

http://www.monochrom.at/wolfgang-lorenz-gedenkpreis/

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