Netzpolitik
15.05.2018

Smartphones türkischer Oppositioneller werden ausgespäht

© Bild: Getty Images/iStockphoto / diego_cervo/iStockphoto

Deutsches Unternehmen könnte die Überwachungs-Software widerrechtlich geliefert haben.

Smartphones von Oppositionellen in der Türkei werden einem Bericht von Bürgerrechtlern zufolge gehackt und überwacht. Dabei habe vor allem die kemalistische Partei CHP im Visier gestanden, erklärte die Nichtregierungsorganisation Access Now. Es sei in großem Stil versucht worden, ihren Anhängern präparierte Links unterzujubeln, über die Ausspäh-Software auf die Geräte geladen werden sollte.

Access Now betonte dabei, die Software habe große Ähnlichkeit mit dem Programm FinSpy des deutschen Unternehmens FinFisher, das Überwachungs-Software für Behörden entwickelt. Die Firma reagierte zunächst nicht auf die Frage, ob ihre Software in die Türkei geliefert worden sei. Das deutsche Wirtschaftsministerium erklärte am Dienstag, er seien keine Genehmigungen für die Ausfuhr von Überwachungs-Software in die Türkei erteilt worden. "Sollten Vorschriften umgangen werden, so ist ein solches Verfahren strafbewehrt", erklärte ein Sprecher.