Netzpolitik
10.10.2018

Studie: China könnte Bitcoin zerstören

China habe die Fähigkeiten und die Motivation um die Kryptowährung zu attackieren.

Eine Studie der Universität Princeton und Florida International University legt nahe, dass Bitcoin von der Duldung eines großen Players abhängig ist: China. China habe laut den Forschern nicht nur die Mittel die Kryptowährung zu destabilisieren oder gar zu zerstören, sondern auch die Motivation.

Neue Bitcoins entstehen durch das Mining. Da jeder Bitcoins minen kann und damit gleichzeitig Transaktionen bestätigt werden, ist das System dezentral. So sollen Manipulationsversuche verhindert werden. Rein von der Rechenleistung her sind aber 74 Prozent der Miner in China, was eigentlich dem Gedanken der dezentralen Verwaltung widerspricht. Die chinesischen Miner könnten sich also zusammenschließen, um eine sogenannte 51-Prozent-Attacke zu verüben. Dabei bestätigt die Mehrheit der Miner gefälschte Transaktionen. Ob so eine Attacke tatsächlich ausgeführt werden kann und praktikabel ist, wird seit Jahren diskutiert und angezweifelt.

Ein weiteres Problem seien Great Firewall und Great Cannon, Chinas stattliche Tools um das Internet zu filtern, überwachen und zu manipulieren. In der Vergangenheit gab es bereits einen Fall, bei dem die Great Firewall eine Zeit lang dafür sorgte, dass chinesische Miner vermehrt leere Blocks schürften, was das gesamte Bitcoin-Netzwerk verlangsamte, da weniger Transaktionen bestätigt wurden. Dieses Problem wurde zwar mit einem Bitcoin-Software-Update behoben, laut den Forschern zeige es aber, wie einfach es für China sei, durch die nationale Beeinflussung das Bitcoin-Netzwerk international zu destabilisieren.

Auch könne China durch regulatorische Angriffe Bitcoin schaden. China könnte etwa Bitcoin-Transaktionen verbieten oder Attacken starten, um die Personen hinter den eigentlich anonymen Transaktionen aufzudecken. Insgesamt haben die Forscher 19 mögliche Attacken ausgemacht, mit denen das Netzwerk destabilisiert werden kann. Mit einer davon, die sogenannte „Goldfinger“-Attacke, könnte die Rechenleistung der chinesischen Miner kombiniert werden, um das Netzwerk zu kontrollieren und ultimativ zu zerstören.

Gründe

Aber warum sollte China überhaupt daran interessiert sein Bitcoin zu manipulieren? Auch hierfür haben die Forscher mehrere Gründe ausgemacht. China könnte das etwas machen, um ein ideologisches Exempel zu statuieren. China stehe für eine zentrale Regierung und könnte zeigen wollen, dass ein dezentrales System nicht funktioniere. Bitcoin ist sehr bekannt, ein Scheitern davon würde die Macher von potenziell anderen Projekten mit dezentraler Verwaltung abschrecken, bzw. das Interesse der Menschen daran reduzieren.

Laut den Forscher könnte China Bitcoin als Waffe einsetzen, um das Wirtschaftssystem anderer Länder zu schwächen. Je mehr Bitcoin in die Finanzsysteme anderer Länder eingebunden wird, desto interessanter wird ein Angriff darauf von Staaten von China.

Wie viele andere Studien auch ist diese mit Vorsicht zu genießen. Einige der Angriffsarten sind nur theoretisch möglich. Auch Chinas Motivation solche Attacken zu starten wirkt wie ein „Worst Case Szenario“ und nicht nach „es ist nur eine Frage der Zeit, bis es passiert“.