Netzpolitik
09.05.2018

Türkische Führung zu Twitter-Sturm gegen Erdogan: "zwecklos"

Die türkische Führung versucht, den Twitter-Sturm gegen eine Wiederwahl von Präsident Recep Tayyip Erdogan herunterzuspielen.

Derartige „Manipulationen“ in den sozialen Medien führten zu nichts, sie seien „zwecklos“, sagte Präsidentensprecher Ibrahim Kalin am Mittwoch in Ankara.
Die Vorlage für den Shitstorm unter dem Hashtag #Tamam (Genug, es reicht) hatte Erdogan am Dienstag selbst geliefert. In einer Fraktionssitzung seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP hatte er gesagt: „Sollte unser Volk eines Tages “genug„ sagen, nur dann würden wir zur Seite treten.“

Der Hashtag #Tamam war daraufhin am Dienstag zwischenzeitlich auf dem weltweiten Spitzenplatz vorgerückt - mehr als 1,5 Millionen Twitter-Nutzer hatten den Präsidenten in vielfältigsten Variationen zum Rücktritt aufgefordert. AKP-Sprecher Mahir Ünal bezeichnete die #Tamam-Twitterer am Dienstag als „Tastaturhelden“. Erdogan-Anhänger reagierten mit einer Gegenkampagne unter dem Hashtag #Devam („Weiter“).