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25.01.2019

35 Jahre Macintosh: Apples Waffe gegen die IBM-Welt

Mit dem Macintosh griff Apple im Jahr 1984 die Computer von IBM direkt an. Die Werbung von Ridley Scott ist fast so kultig wie das eigentliche Produkt.

Das Jahr 1984 sollte nicht wie das Buch „1984“ werden. So lautete das Versprechen im Werbespot, den Star-Regisseur Ridley Scott zur Bewerbung des ersten Macintosh drehte und der nur einmal – nämlich während des Super Bowl XVIII – im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Der Mac selbst ist im Spot nicht zu sehen, er wurde am 24. Jänner 1984, zwei Tage nach Ausstrahlung des Spots, von Apple-Mitgründer Steve Jobs persönlich vorgestellt. „Hello, I’m Macinstosh“ verkündete damals eine Roboterstimme unter tosendem Applaus.

Der erste Mac war der Nachfolger des technisch ähnlichen, 10.000 Dollar teuren Apple Lisa. Für einen Preis von 2495 Dollar erhielt man mit dem ersten Mac einen Computer, der mit  Motorolas 68000-CPU und mit 128 Kilobyte Arbeitsspeicher ausgestattet war. So wie der Vorgänger Lisa hatte er eine grafische Benutzeroberfläche und eine Maus, die von der Firma Xerox lizenziert wurden. Als revolutionär galt damals die Einführung eines „Papierkorbs“, mit dem das Löschen von Dateien rückgängig gemacht wurde, sowie der Desktop mit Icons und die Möglichkeit zum Verschieben von Elementen via Drag&Drop.

Trotz der neuen Features verkaufte sich der erste Macintosh nicht allzu gut, was unter anderem am hohen Verkaufspreis lag – inflationsbereinigt wären die 2495 Dollar heutzutage 5500 Euro. Außerdem gab es noch weniger Anwendungen als für IBM-Rechner, und der 128 KB große Speicher war zu klein. Apple rechnete damit, 47.000 Stück pro Monat zu verkaufen. Nach dem Kaufrausch der ersten Fans sackte der Absatz aber auf rund 5000 Geräte pro Monat ab.

Im Jahr 1987 folgten der Macintosh II und der Macintosh SE, im Jahr 1990 kam der Macintosh IIfx in die Läden – für bescheidene 9870 Dollar. Der Schritt in die mobile Welt wurde ein Jahr vorher, 1989, mit dem Macintosh Portable gesetzt: Ein Laptop, der stolze 7,2 Kilogramm wog, aber immerhin schon eine Akkulaufzeit von bis zu zehn Stunden bot.

In den 1990er-Jahren verlor der Mac immer mehr Käufer, während PCs mit Microsofts Windows den Markt eroberten. Nach seiner Rückkehr ins Unternehmen belebte Steve Jobs das Geschäft jedoch wieder, indem er am 6. Mai 1998 den ersten iMac präsentierte: Das halbdurchsichtige Gehäuse war damals ein Alleinstellungsmerkmal. In den ersten sechs Wochen wurden 278.000 Geräte verkauft.

Ein Prototyp des ersten Mac aus dem Jahr 1981.

Das erste Macintosh-Modell von 1984.

Der Macintosh Portable kam damals schon auf bis zu zehn Stunden Akkulaufzeit.

Der iMac G3 kam am 15. August 1998 auf den Markt und wurde anfangs nur in der Farbe „Bondi Blue“ angeboten. Weitere Farben folgten 1999 mit der Revision C.

Steve Jobs mit dem iMac G3.

Die zweite Generation, der G4, erschien 2002. Der Röhrenmonitor wurde durch einen beweglichen Arm mit LCD-Bildschirm ersetzt.

Steve Jobs bei der Präsentation des G4.

Die zweite Generation, der G4, erschien 2002. Der Röhrenmonitor wurde durch einen beweglichen Arm mit LCD-Bildschirm ersetzt.

Bei der im Jahr 2007 vorgestellten fünften Generation bestand die Hülle der iMacs aus Aluminium anstatt aus Glas.

Der 2006 vorgestellte iMac Core Duo war als erster iMac mit einem Intel Core Duo Prozessor ausgestattet und somit laut Apple-Benchmarks zwei- bis dreimal schneller als ein G5-iMac.

Danach blieb das Design der iMacs nahezu unverändert.

Trotzdem finden die iMacs nach wie vor viele Käufer...

...und begeistern auch Apples CEO Tim Cook. 

Mit dem Mac Pro, dem Mac Mini und den verschiedenen MacBooks folgten weitere Produkte aus der Mac-Familie. Und zwar sind die iPhones derzeit der größte Umsatzbringer des Konzerns – echte Fans wollen auf ihren Mac aber natürlich keinen einzigen Tag verzichten.