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02.07.2018

Apple-Mitarbeiter wollen bei Display-Tausch Kunden-Passwort wissen

Wer Hardware-Probleme mit dem iPhone oder MacBook hat, wird von Apple-Mitarbeitern aufgefordert, das Passwort rauszurücken.

Apple betont immer wieder, wie wichtig dem Unternehmen der Schutz der Daten seiner User ist. Das hat sich aber anscheinend nicht zu den Mitarbeitern in den Apple-Stores und den Service-Partnern herumgesprochen. Dort will man den vollständigen Zugriff auf die Daten des Users, wenn der sein Gerät für eine Hardware-Reparatur abgibt.

Spencer Dailey, Redakteur bei Techmeme, wollte das Display seines MacBook Pros im Rahmen einer Rückrufaktion tauschen lassen. Im Apple Store wurde er überrumpelt, als ihn der Mitarbeiter sagte, er müsse sein Administrator-Passwort deaktivieren. Sonst würde das Gerät komplett zurückgesetzt werden und alle Daten seien verloren.

Danach wurde er auch noch vom Apple-Mitarbeiter gefragt, wie sein Administrator-Passwort lautet. Für Dailey ist das zwar ebenfalls ein Problem, allerdings könne dann nur jemand mit Zugang zur Apple-Service-Datenbank auf sein MacBook Pro zugreifen, anstatt jeder, der das Gerät nach der Abgabe im Apple-Store in die Finger bekommt. Da Apple die zur Reparatur abgegebenen Geräte von Versanddienstleistern zur Werkstatt bringen lässt, könnten theoretisch auch diese auf alle Daten des MacBooks zugreifen.

Nicht nötig, aber kein Einzelfall

Wie Dailey berichtet, hat er auf Twitter User nach ähnlichen Erfahrungen gefragt. Andere, die ebenfalls im Rahmen der Rückrufaktion das Display tauschen ließen, wurden nicht nach dem Passwort gefragt. Es wurde auch nicht die Festplatte des MacBooks formatiert.

Ein Einzelfall war Daileys Erfahrung aber nicht. Im Zuge der Akkutausch-Aktion für ältere iPhone-Modell, wurden auch Personen in Europa in den Apple Stores nach dem Code für das Smartphone gefragt. Berichten zufolge wollten die Apple-Mitarbeiter Zeit sparen. Ohne Passwort müsste ein Diagnoseprogramm genutzt werden, was mehr Zeit in Anspruch nimmt. Mit Passwort wird das iPhone einfach nur eingeschaltet und einer Sichtprüfung unterzogen um zu sehen, ob der Akkutausch erfolgreich war.

Das „Androhen“ eines vollständigen Zurücksetzens des Geräts soll auch hier gemacht worden sein, damit der Kunde eher dazu bereit ist, sein Passwort herauszurücken. Diese gängige Praxis wurde nicht nur in Apple Stores, sondern auch bei Vertragspartnern angewandt, deren Personal nicht direkt für Apple arbeitet.

Apple empfiehlt bei iPhone-Reparaturen eine Sicherheitskopie zu machen und das Smartphone zurückzusetzen, bevor es eingeschickt oder bei einem Store abgegeben wird. Wenn der Mac bzw. das MacBook aber der einzige Computer ist, der verwendet wird, ist es mühsam alle Daten zu sichern und die Festplatte zu formatieren.