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04/24/2011

Canon 600D Test: Viel Foto zum Einsteigerpreis

Mit der 600D hat Canon eine Spiegelreflexkamera veröffentlicht, die droht das eigene Lineup zu kannibalisieren. Denn wie sich im futurezone-Test herausstellte, kann die gehobene Einsteiger-Cam in Sachen Bildqualität mit dem Semiprofi-Modell 60D mithalten.

Schon das Vorgänger-Modell, die 550D, ließ den Abstand zwischen Einsteiger-Kamera und DSLRs für ambitionierte Amateure schrumpfen. Die 600D (UVP 749 Euro nur Gehäuse, 849 Euro mit Objektiv EF-S 18-55 mm IS II) setzt diesen Trend weiter fort. Sie positioniert sich zwischen der Anfänger-DSLR 1100D (UVP 550 Euro mit Objektiv) und der Kamera für ambitionierte Amateure 60D (UVP 1049 Euro nur Gehäuse).

Design
Was Größe und Gewicht angeht, orientiert sie sich die 600D stark am Vorgänger 550D. Sie ist nur geringfügig größer und wiegt 40 Gramm mehr (570 Gramm ohne Objektiv). Neu ist der Schwenk-Mechanismus für das 3-Zoll-Display, das auch schon in der 60D zum Einsatz kommt. Der Bildschirm hat eine Million Bildpunkte, die Darstellungsqualität ist gewohnt gut – hell und kontrastreich. Der Schwenk-Mechanismus erlaubt es das Display zum Schutz einzuklappen und ausgeschwenkt in verschiedene Winkel zu bringen, um etwa einfacher im Live-View-Modus Überkopf oder aus ungewöhnlichen Perspektiven zu fotografieren und filmen.

Durch den Schwenk-Mechanismus muss der Annäherungs-Sensor weichen. Dieser schaltet bei der 550D automatisch das Display ab, wenn der Sucher genutzt wird. Stattdessen gibt es eine „Disp“-Taste an der Gehäuse-Oberseite, die den Bildschirm ein- und ausschaltet. Die Bedienelemente sind logisch angeordnet, das Handling intuitiv. Auch große Männerhände finden am Gehäuse der 600D gut Halt. Das Kunststoff-Gehäuse ist im Gegensatz zur teureren 60D nicht mit Glasfaser verstärkt, wirkt aber dennoch robust.

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Schneller Sucher
Die größte Schwäche der 600D ist der Sucher. Dieser ist, wie schon bei der 550D, recht klein ausgefallen und deckt nur 95 Prozent des Sichtfeldes ab. Auch die Leuchtanzeigen für die Fokuspunkte sind dadurch relativ klein ausgefallen und bei starkem Sonnenlicht etwas schwer auszumachen. Der Autofokus arbeitet mit neun Messfeldern und leistet gute Arbeit. Bei guten Lichtverhältnissen wird in 0,3 Sekunden fokussiert und fotografiert, wird es dunkler dauert es doppelt so lange. Auch die Schnappschussfähigkeiten sind in Ordnung: 0,3 Sekunden nach dem Einschalten ist die Kamera betriebsbereit. Nur der Serienbildermodus ist mit bis zu 3,7 Bildern pro Sekunde langsamer als bei den Konkurrenten Sony Alpha 55 (6) und Nikon D5100 (3,9). Die Canon 60D schafft fünf Bilder pro Sekunde.

Live View
Der Live-View-Modus kann über eine Taste an der Gehäuserückseite jederzeit aktiviert werden. Auch wenn er mit dem schwenkbaren Display durchaus Sinn macht, weist der Live-View-Modus die üblichen Schwächen auf. Das automatische Fokussieren kann bis zu mehrere Sekunden dauern und ist bei schwierige Lichtverhältnissen ungenau. Im „Quick-Modus“, bei dem kurz das Bild des Live-View-Modus verschwindet, geht es zumindest etwas schneller. Einen Folge-Autofokus im Live-View-Betrieb, wie bei Nikons 5100, gibt es nicht. Beim Filmen muss die Schärfe manuell am Objektiv nachgezogen werden.

Bildqualität
Der 18-Megapixel-Sensor, der auch in der 60D und 7D zu finden ist, wird durch das Belichtungsmesssystem „iFCL“ mit 63 Messfeldern ergänzt – auch dieser findet in den teureren Modellen Verwendung. Die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen. Die Farben sehen natürlich aus und werden auch in diversen Automatik-Modi nicht übersättig. Die Belichtung ist ebenfalls meist korrekt, lediglich die Schärfe könnte einen Tick besser sein. Dies ist aber in den Bildstilen manuell nachjustierbar.

Der ISO-Wert reicht von 100 bis 6400 und ist auf 12.800 erweiterbar. Erst bei ISO 1600 wird ein Bildrauschen dezent bemerkbar, ist aber immer noch im akzeptabel. Der eingebaute Blitz kann zur Steuerung von externen Blitzen genutzt werden.

Um DSLR-Neulingen den Anfang zu erleichtern, gibt diverse Szenenprogramme, den „Scene Intelligent Automatik“, der vollautomatisch die Szene erkennt und die Einstellungen anpasst, und die Creative Automatik. Letzterer Modus lässt den Fotografen per am Display eingeblendeten Regler die Tiefenschärfe bestimmen. Die Anzahl der Filter ist überschaubar und die fünf Effekte, wie Fischauge und Miniatur, können erst nach der Aufnahme angewendet werden. Extras, wie etwa ein HDR-Modus oder ein Panorama-Modus, gibt es nicht.

Videos
Auch die Qualität der FullHD-Videos (30, 25 oder 24 Bilder pro Sekunde) kann überzeugen. Wie bei der 60D können die Einstellungen manuell vorgenommen werden. Der Ton wird mit einem internen Mono-Mikrofon aufgezeichnet. Der Tonpegel kann in 64 Schritten justiert werden. Wer möchte, kann ein Stereo-Mikrofon per 3,5mm-Klinkenstecker an die Kamera anstecken. Per HDMI-Ausgang können die Videos direkt am Flat-TV wiedergegeben werden.

Zeitlupen- oder Zeitrafferfunktion gibt es nicht, dafür aber eine Videoschnappschuss-Funktion. Mit dieser werden Clips in der Länge zu 2, 4 oder 8 Sekunden aufgenommen, in einem Album in der Kamera zu einem kurzen Film zusammengestoppelt und auf Wunsch mit Hintergrundmusik versehen.

Fazit
Mit der 600D bekommt man eine ausgezeichnete Einsteiger-Kamera, deren Bild- und Videoqualität auch mit teureren Modellen locker mithalten kann. Die größte Schwäche ist der kleine Sucher und das Fehlen von Extras, die man vielleicht nicht oft braucht, aber trotzdem gerne hätte, wie etwa eine HDR-Funktion. Auch die Anzahl der angebotenen Effekte und Filter wirkt gegenüber der Konkurrenten etwas mager. Das schwenkbare Display ist eine nette Dreingabe, jedoch kein zwingendes Kaufargument. Denn will man das Motiv bevorzugt per Display anvisieren, anstatt es in den Sucher zu nehmen, sollte man sich lieber nach einer Systemkamera oder Sonys SLT-Alpha-Reihe umschauen.

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