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30.04.2014

Drei erhöht bestehende Sim-only-Tarife

Wie die futurezone aus informierten Kreisen erfahren hat, hebt nun auch Drei Gebühren bei bestehenden Verträgen an. Betroffen sind Sim-only-Verträge und alte Einsteigertarife.

Den futurezone-Informationen zufolge hat Drei am Mittwochnachmittag die Anhebung diverser Tarife bei der Rundfunkregulierungsbehörde RTR angemeldet. Ab 1. Juli sollen die Gebühren diverser Tarife folglich um zwei bis drei Euro steigen. Betroffen sind niederpreisige Sim-only-Tarife unter zehn Euro, aber auch frühere Orange-Einsteigertarife wie die "Kleine Plaudertasche" um vier Euro, die somit im Einzelfall um bis zu 50 Prozent teurer werden. Höherpreisige Sim-only-Tarife bzw. andere bestehende Tarife sollen unangetastet bleiben.

Drei bestätigt Tariferhöhungen

Auf Anfrage der futurezone bestätigte Drei die kolportierten Pläne, wies gleichzeitig aber darauf hin, dass nur acht Prozent der Kunden von den Maßnahmen betroffen seien. Außerdem bleibe man auch nach der Erhöhung der österreichische Anbieter mit den attraktivsten Tarifen am Markt, meinte Drei-Sprecher Tom Tesch. Durch die einseitige Tarifanpassung erhalten Kunden wie schon bei den angehobenen Tarifen der anderen Anbieter ein außerordentliches Kündigungsrecht.

"Die Tarife, die wir im Juli anpassen, sind nach den neuen Kalkulationen einfach nicht mehr kostendeckend. Angesichts der veränderten Rahmenbedingungen müssen wir Vorsorge treffen, damit wir unser Netz weiter ausbauen und den zusätzlichen Bedarf unserer Kunden abdecken können", sagt Tesch zur futurezone. Drei werde mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr in den Ausbau des Sprach- und Datennetzes und vor allem den LTE-Netzausbau investieren.

Frequenzauktion als Belastung

Auch wenn viele Tariferhöhungen durch den Zusammenschluss von Drei und Orange und die damit geringere Anbieter-Dichte vorhergesehen haben, gelten auch die hohen Kosten für die Frequenzauktion als indirekter Preistreiber. So beklagen die Mobilfunker, dass ihnen dadurch Belastungen in der Gesamthöhe von 2 Milliarden Euro entstanden sind. Neuesten Informationen nach soll die von der Politik vor der Vergabe versprochene Breitband-Milliarde für den Ausbau von Netzinfrastruktur nun zudem dem Sparkurs zum Opfer fallen.

Mit Drei hat nun der letzte große Mobilfunkanbieter nachgezogen. Zuvor hatten bereits A1 und T-Mobile (inkl. telering) bestehende und neue Tarife, aber auch Gebühren - etwa für den Vertragsabschluss und die Vertragsverlängerung - erhöht. Zumindest diese Gebühren sollen bei Drei noch unangetastet bleiben, wie aus dem Unternehmensumfeld zu hören war.