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02/07/2019

Nest warnt vor Fremden, die in euer Wohnzimmer schauen

Ein Unbekannter löste bei einer Familie Panik aus, weil er von einem Nuklearangriff Nordkoreas berichtete.

Besitzer von Überwachungskameras des Herstellers Nest erhalten laut einem Bericht von Cnet aktuell E-Mails, in denen sie aufgefordert werden, ein besseres Passwort für ihren Account zu vergeben und Zweifaktor-Authentifizierung zu aktivieren. Außerdem wird zu Achtsamkeit geraten, um zu verhindern, dass sich Fremde Zugang zu den privaten Kameras verschaffen.

Als Grund für die Warnung nennt Nest-Managerin Rishi Chandra, dass in den vergangenen Wochen mehrere Nest-Kunden von Vorfällen mit ihren Geräten berichtet haben.

Nuklearangriff

Die Vorfälle, auf die in dem Mail nicht näher eingegangen wird, sind mitunter kurios: So drang ein Unbekannter in die Nest-Kamera einer kalifornischen Familie ein, um zu verkünden, dass Nordkorea die USA mit nuklearen Waffen attackieren. Das Ergebnis war Panik sowie ein 911-Notruf, wie The Mercury News berichtete.

In einem anderen Fall kommunizierte ein Hacker mit einem Mann in Arizona, wie Motherboard berichtete. Einen weiteren Fall meldete die Washington Post, wo ein Unbekannter via Kamera mitteilte, im Kinderzimmer der Besitzer zu sein.  

„Kein Hack“

Vonseiten Nests, das zum Google-Konzern Alphabet gehört, wurde strikt dementiert, dass es zu einem Hack der Systeme gekommen sei. Vielmehr liege der Grund anscheinend darin, dass die Angreifer über andere Wege an Nutzernamen und Passwörter der Nest-Nutzer kamen. Naheliegend ist, dass jene durch Datenleaks anderer Dienste ihren Weg ins Netz fanden und die Opfer die gleiche Nutzernamen-Passwort-Kombination auch bei Nest nutzen.

Laut dem Schreiben, das nun an Kunden geht, scannt Nest das Netz auf derartige Datenbanken und gleicht sie mit den eigenen Kundendaten ab. Wenn eine Schwachstelle identifiziert wird, werden die betreffenden Accounts temporär deaktiviert und die Inhaber benachrichtigt.

Verschiedene Passwörter

Grundsätzlich wird von Sicherheitsexperten regelmäßig empfohlen, verschiedene Passwörter bei verschiedenen Diensten zu verwenden. Auch die Nutzung von Zweifaktorauthentifizierung bietet zusätzlichen Schutz vor vergleichbaren Attacken. Gerade im Bereich Smart Home ist es ratsam, alle zur Verfügung stehenden Mechanismen entsprechend zu nutzen.