Oppo Find N6

Oppo Find N6

© Thomas Prenner
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Oppo Find N6 im Test: Was bringt die unsichtbare Display-Falte

Der Faltmechanismus wird von Oppo als Zero-Feel Crease beworben.

Wie man Aufmerksamkeit auf sich lenkt, hat Oppo in den vergangenen Wochen vorgeführt. Offiziell war der chinesische Hersteller gar nicht in Barcelona am Mobile World Congress (MWC) vertreten. Nur am Rande wurde ein kleines Event im exklusiven Rahmen abgehalten. Das weckt natürlich Interesse und Neugierde.

Auf der Veranstaltung hat Oppo sein Find N6 vorgestellt. Und dabei hat der Hersteller eine waghalsige Behauptung aufgestellt. Das neue Falt-Handy wird nämlich mit dem Marketing-Slogan "Zero-Feel Crease" beworben. Es soll also eine "nicht spürbare Display-Falte" haben. 

Das ist eine steile Behauptung, die sich relativ leicht überprüfen lässt, sobald man das Gerät in die Hand nehmen kann. Ich konnte das Oppo Find N6 in den vergangenen Tagen ausgiebig unter die Lupe nehmen und habe umgehend die Display-Falte gesucht. 

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Wo ist die unsichtbare Falte

Nach dem Auspacken ging ich sofort auf Tuchfühlung und musste feststellen, dass man die Display-Falte sehr wohl sieht und auch ertasten kann. Verglichen mit anderen Falt-Handys hat das Oppo Find N6 aber die am wenigsten sichtbare Falte

Da erinnerte ich mich wieder an die Worte beim kleinen Oppo-Event in Barcelona. Trotz des Marketing-Claims "Zero-Feel Crease" hieß es dort, dass die Display-Falte "nahezu unsichtbar" und "kaum zu spüren" sei. Der Höhenunterschied im Bereich des Faltmechanismus liege bei lediglich 0,05 Millimeter, so Oppo.

So sieht der Faltmechanismus des Oppo Find N6 unter der Haube aus.

So sieht der Faltmechanismus des Oppo Find N6 unter der Haube aus.

Ich habe den Faltmechanismus des Find N6 mit der Display-Falte des Google Pixel 10 Pro Fold verglichen. Dabei fällt sofort auf, dass der chinesische Hersteller recht hatte: Die Falte des Find N6 fällt tatsächlich deutlich weniger auf, als beim Falt-Handy von Google.

Wirklich unsichtbar wird die Bildschirmfalte wenn man den Screen einschaltet und das Display voll beleuchtet ist. Dann kann man tatsächlich von einem "Zero-See Crease" sprechen. 

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Technische Spezifikationen

Oppo Find N6

  • Abmessung:
    • Aufgeklappt: ca. 160 x 145 x 5 Millimeter
    • Zusammengeklappt: ca. 160 x 74 x 8,93 Millimeter
  • Gewicht: 225 Gramm
  • Display:
    • Aufgeklappt: 8,12" faltbarer LTOP OLED, 1-120 Hz, 1.800 nits (HBM), 2.500 nits (peak), 2.076 x 2.152 Pixel, 412 ppi
    • Zusammengeklappt: 6,62" OLED, 1-120 Hz, 1.800 nits (HBM), 3.600 nits (peak), 1.080 x 2.364 Pixel, 431 ppi
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 (3 nm)
  • Speicher: 16/512 GB
  • Kamera:
    • 200 MP Hasselblad-Hauptkamera: f/1.8, 23mm
    • 50 MP Teleobjektiv mit 3x optischem Zoom: f/2.7, 70mm
    • 50 MP Weitwinkelobjektiv: f/2.0, 15mm
    • True Color Camera: f/2.4, Multispektralanalyse
    • Video: 4K@120fps, Dolby Vision, Log
    • Selfie-Kamera:
      • 20 MP außen: f/2.4, 20mm
      • 20 MP innen: f/2.4, 20mm
  • Software: Android 16, ColorOS 16
  • Akku: 6.000 mAh, 80 Watt Wired, 50 Watt Wireless
  • Konnektivität: NFC, eSIM, IP58, IP59, Oppo AI Pen
  • Farben: noch nicht bekannt gegeben
  • Preis: keine Angabe

Kein klobiges Handy

Abgesehen von der Display-Falte ist das Find N6 ein hochwertiges Gerät. Zusammengefaltet ist es lediglich 8,93 Millimeter dick, wodurch es ein handliches Smartphone bleibt. Das Gewicht von 225 Gramm ist ungefähr so hoch wie bei anderen Flaggschiff-Geräten und fällt daher nicht negativ auf. 

Was aber auffällt, sind die extrem schmalen Ränder, die das Außen-Display einfassen. Sie sind lediglich 1,4 Millimeter dick und verleihen dem Find N6 einen Premium-Look. Der äußere Screen hat eine Diagonale von 6,62 Zoll und kann bis zu 3.600 nits besonders hell leuchten.

Das innere Display misst in der Diagonale 8,12 Zoll und hat ebenso eine Refresh-Rate von bis zu 120 Hz. Es kommt bei der Peak-Helligkeit auf einen Wert von 2.500 nits. Beide Screens lassen keinen Spielraum für Kritik. 

Aufgeklappt ist das Find N6 ein extrem dünnes Gerät, das leichter wirkt, als es ist. Gleichzeitig verleiht es einem aber nicht das Gefühl, als wäre es zerbrechlich. Im Gegenteil: Das Gehäuse hinterlässt einen robusten Eindruck - egal ob zusammen- oder aufgeklappt.

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Die Kamera

Die beiden Selfie-Kameras lösen mit 20 MP auf und befinden sich in einer kreisrunden Display-Aussparung - am Außen-Screen mittig, am Innen-Display in der rechten oberen Ecke. Auf der Rückseite des Handys gibt es 3 herkömmliche Objektive und eine Spezialkamera. Die Hauptkamera löst mit 200 MP auf, der Weitwinkel mit 50 MP und das Teleobjektiv mit 3-fachem optischen Zoom ebenso mit 50 MP

Daneben gibt es noch einen Multispektrum-Lichtsensor, den Oppo als True Color Camera bezeichnet. Damit wird die Farbtemperatur und das Licht mithilfe von 9 Spektralkanälen analysiert. Das Ergebnis sei ein präziser Weißabgleich sowie eine hohe Farbtreue und ein hoher Dynamikumfang selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen, heißt es von Oppo. 

Tatsächlich liefert die Kamera des Find N6 hervorragende Bilder - egal ob bei Tag oder bei Nacht. Überzeugen kann vor allem die Hauptkamera, die in Kooperation mit Hasselblad entstanden ist. Die Qualität des Tele und des Weitwinkels ist ein bisschen niedriger als bei der Hauptkamera. Alles in allem hat das Find N6 eine Kamera der Spitzenklasse

Normalerweise bin ich kein großer Fan vom digitalen Zoom beziehungsweise einem Hybrid-Zoom bei dem optische und digitale Vergrößerung kombiniert werden. Das Oppo Find N6 macht hier jedoch eine Ausnahme. Die Bilder mit dem 6-fachen Hybrid-Zoom sind zumindest bei Tageslicht derart gut, dass das Fotografieren damit richtig Spaß macht.

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Die Software

Das Find N6 läuft unter Android 16 und ColorOS 16, das unter anderem auch auf eine Dynamic Island ähnliche Schaltfläche im Bereich der Selfie-Kamera setzt. Wenn man gerade Musik hört oder einen Timer laufen hat, wird dies rund um die Kameraaussparung dargestellt. 

Beim Innen-Screen des Find N6 befindet sich die Selfie-Kamera aber in der oberen rechten Ecke, die Schaltfläche wird aber trotzdem in der Mitte angezeigt - so als wäre dort die Kameraaussparung. 

Praktisch ist, dass auf dem größeren Innen-Display eine Art Multitasking möglich ist. Fast so wie auf einem Desktop oder iPad können dort die App-Fenster verkleinert und übereinander überlappend dargestellt werden. Bei manchen Anwendungen ist sogar ein Drag-and-Drop-Kopieren von Dateien und Fotos möglich. 

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Oppo Find N6

Das Drag-and-Drop-Kopieren funktioniert beispielsweise zwischen der Fotogalerie und Google Keep (Notizen). 

Die Nachteile des quadratischen Screens

Da der Innen-Screen des Find N6 nahezu ein quadratisches Format hat, hat Oppo wie alle anderen Hersteller ebenso mit üblichen Problemen faltbarer Smartphones zu kämpfen. Die allermeisten Android-Apps sind einfach nicht für quadratische Displays gemacht. 

Nur wenige Anwendungen können sich an ein solches Format entsprechend anpassen. Das bedeutet, dass bei den meisten Apps die Darstellung auf dem Innen-Screen entweder eigenartig entstellt ist oder der zusätzlich vorhandene Platz nicht genutzt wird. 

Nirgendwo kommt das negativer zu tragen als bei Instagram. Die App wird auf dem quadratischen Bildschirm einfach aufgeblasen. Das führt dazu, dass Reels in der Timeline oben und unten angeschnitten sind. Man muss in den Reels-Modus wechseln, um die Kurzvideos vollständig sehen zu können.

Oppo Find N6

Oppo Find N6

KI-Funktionen

Oppo bietet auf dem Find N6 die üblichen KI-Funktionen - etwa automatisches Transkribieren, KI-Zusammenfassungen oder KI-Unterstützung beim Verfassen von Texten. Auch bei den Fotobearbeitungsfunktionen sind KI-Tools zu finden. Das Wegradieren von Passanten funktioniert dort gar nicht mal so schlecht.

Oppo Find N6

Oppo Find N6

Der Akku 

Als Batterie dient ein Silicon-Carbon-Akku mit einer Kapazität von 6.000 mAh. Wie lange der Akku durchhält, hängt maßgeblich vom Nutzungsverhalten und der Screentime ab. Wenn man hauptsächlich rechenintensive Anwendungen am größeren Innen-Display vornimmt, wird man knapp über einen Tag kommen. Bei einer durchschnittlichen Nutzung sollte sich ein ganzer Tag locker ausgehen. 

Aufladen lässt sich der Akku mittels der Oppo-Technologie SuperVooc mit bis zu 80 Watt. Kabellos sind bis zu 50 Watt möglich. Da das Testgerät mit einem britischen Typ-G-Stecker geliefert wurde, konnte ich die maximal mögliche Ladeleistung nicht vollständig ausreizen. 

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Fazit

Was bringt die nahezu unsichtbare und kaum spürbare Display-Falte im Alltag? Wie man sich denken kann, hat das keinen praktischen Mehrwert. Dennoch ist der so genannten "Zero-Feel Crease" ein großer Schritt nach vorne für den "Look & Feel" von faltbaren Smartphones. 

Allein, dass die Falte bei der Bedienung des Geräts einem nicht ständig ins Auge springt, wertet das Nutzererlebnis auf. Dass sich die Falte nur leicht abhebt, kommt der User-Experience ebenso zugute. Einen weltbewegenden Unterschied macht der "Zero-Feel Crease" aber nicht. 

Alles in allem ist das Oppo Find N6 ein richtiges Premium-Smartphone und stellt mit Sicherheit eines der besten faltbaren Handys dar. Die Software ist ideal auf den größeren Bildschirm abgestimmt, das Gerät wirkt edel und robust zugleich und die Kamera lässt kaum Wünsche offen.

Wer auf den Geschmack gekommen ist und sich die Frage stellt, was das Falt-Handy von Oppo wohl kosten mag, kann sich diese Gedanken getrost aus dem Kopf schlagen. Denn wie Oppo beim Event in Barcelona verkündet hat, plant der Hersteller nicht, das Gerät in Europa in den Handel zu bringen. Eine entsprechende Preisangabe hat es deswegen auch nicht gegeben.

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Florian Christof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

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Florian Christof

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