Eine Person steckt das RugOne Xever 7 Pro in ihre Hosentasche.

RugOne Xever 7 Pro

© futurezone
Wählen Sie FUTUREZONE als bevorzugte Google-Quelle

Produkte

RugOne Xever 7 Pro im Test: Wärmebildkamera und Wechsel-Akku

Nachtsichtkamera, lichtstarke Taschenlampe und ein austauschbarer Akku sind die Highlights des RugOne Xever 7 Pro.

Wenn einem ständig das Handy runterfällt oder man sich regelmäßig in unwirtlichen Umgebungen aufhält, lohnt sich die Anschaffung einer robusten Schutzhülle. Oder man greift zu einem speziellen, sogenannten Rugged-Phone. Solche Smartphones brauchen keine Schutzhülle, denn sie sind selbst so robust wie eine Schutzhülle. 

Es gibt einige Hersteller, die sich auf solche Rugged-Geräte spezialisiert haben. Einer davon ist Ulefone. Das chinesische Unternehmen hat erst kürzlich mit RugOne eine neue Marke für derartige Outdoor- beziehungsweise Spezial-Smartphones gestartet. 

Ich konnte mir das RugOne Xever 7 Pro näher ansehen. Neben der robusten Bauweise sind die Highlights des Geräts der austauschbare Akku, eine besonders lichtstarke Taschenlampe sowie eine Wärmebildkamera.

➤ Mehr lesen: Strahlenmesser Raysid im Test: Auf der Jagd nach Radioaktivität

Die Sorge, es könnte etwas kaputtgehen

Das RugOne Xever 7 Pro wird damit beworben, dem Standard MIL-STD-810 zu entsprechen. Dabei handelt es sich um eine US-Militärnorm, die auf eine besonders hohe Robustheit verweisen soll. Und genauso sieht das Xever 7 Pro auch aus. Das Design ist genau das Gegenteil vom minimalistischen Look gewöhnlicher Smartphones. 

Es ist ein richtiger Prügel, den man besser nicht an den Kopf geworfen bekommt. Bei einem Gewicht von 325 Gramm ist es 14,1 Millimeter dick. Damit ist es deutlich klobiger und schwerer als ein herkömmliches Handy. Wenn es runterfällt, sorgt man sich nicht darum, dass es kaputt werden könnte. Die Angst, es könnte einem auf den Fuß fallen, ist deutlich größer. 

Dem RugOne Xever 7 Pro ist es aber herzlich egal, wie es aussieht. Hauptsache, es wird nicht kaputt, wenn man es in die Mangel nimmt. Ähnliches gilt auch für die Features und die Ausstattung. Es will sich gar nicht mit gewöhnlichen Handys messen. Vielmehr will es die notwendige Funktion parat haben, wenn man sie braucht - beispielsweise die Taschenlampe. 

➤ Mehr lesen: 12 skurrile Smartphones, die als Mega-Flops endeten

Das RugOne Xever 7 Pro liegt auf einem Tisch.

RugOne Xever 7 Pro

Technische Spezifikationen

RugOne Xever 7 Pro

  • Maße und Gewicht: 173,6 x 84,4 x 14,1 Millimeter, 325 Gramm
  • Display: 6,67 Zoll AMOLED, 120 Hz, 1.080 x 2.400 Pixel, Corning Gorilla Glass 3, 500 nits typ, 900 nits HBM, 2.200 nits peak
  • Kamera:
    • 50 MP Hauptkamera: f/1.88, Samsung GN9, PDAF, OIS
    • 64 MP Nachtsichtkamera: f/1.79, OV64B, 4 Infrarot-LEDs
    • Wärmebildkamera: FLIR Lepton 3.5 (160 x 120), Messbereich -10°C bis 450°C, Frame Rate 8,7Hz, Genauigkeit +/-3°C
    • Video: 2K@30fps
    • Selfie-Kamera: 32 MP, f/2.45, Samsung GC32E1, 1080p@30fps
  • Prozessor: MediaTek Dimensity 7025 (6 nm)
  • Speicher: 12/512 GB; microSD-Kartenslot (bis zu 2TB), UFS 3.1
  • Akku: 5.550 mAh (austauschbar/Hot-Swap), 33 Watt Schnellladen, 18 Watt Dock-Charging, 10 Watt Reverse Charging
  • Software: Android 15, Upgrades bis Android 18
  • Sonstiges: NFC, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.2, eSIM, 3,5mm Klinkenanschluss, Wasserschutz IP68/IP69K, MIL-STD-810H, IR-Blaster, Kamera mit Unterwassermodus,
  • Farben: Black, Camo Edition, Taschenlampe mit 230 Lumen
  • Preis: ab 620 Euro

Lichtstarke Taschenlampe und Wärmebildkamera

Während andere Smartphones auch eine halbwegs brauchbare Taschenlampe haben, setzt das RugOne Xever 7 Pro noch eines obendrauf. Die Taschenlampe ist nämlich extrem lichtstark und kommt auf eine Helligkeit von bis zu 230 Lumen. Außerdem ist sie nach vorn gerichtet im Rahmen des Geräts untergebracht. 

Aufwarten kann das robuste Smartphone auch mit einer Wärmebildkamera, die von der Spezialfirma Flir stammt. Ich war eher selten in einer Situation, in der ich eine solche Wärmebildkamera gebraucht hätte. 

Es ist schon ziemlich spannend, mit einer Wärmebildkamera herumzuspielen - etwa um die Schwachstellen der Dämmung in seiner Wohnung ausfindig machen zu können. Für solche Zwecke eignet sich das Xever 7 Pro einwandfrei. 

Um dem Bild mehr Kontext zu verleihen, sorgt Flir für die Wärmeinformationen während die herkömmliche Kamera des Xever 7 Pro die Konturen der gefilmten Objekte darstellt.

Ungefähre Temperaturanalyse

Es gibt auch die Möglichkeit, die Aufnahmen der Wärmebildkamera analysieren zu lassen. Dafür wird ein PDF erstellt, in dem unter anderem das Temperaturspektrum ersichtlich wird. Gleichzeitig lässt sich mit der Wärmebildkamera auch feststellen, wie hoch die Temperatur an einem bestimmten Punkt im Bild gemessen wurde. 

Die Genauigkeit der Wärmebildkamera wird mit +/- 3 Grad Celsius angegeben. Fiebermessen ist damit nicht drin. Wenn aber eine Abweichung von 3 Grad Celsius keine entscheidende Rolle spielt, ist das RugOne ein absolut brauchbares Teil.

➤ Mehr lesen: 8 kuriose Auto-Innovationen, die übelst gefloppt sind

Bilder mit der Wärmebildkamera und er Nachtsichtkamera

Für das Bild mit der Wärmebildkamera kann auch ein Report erstellt werden, wo die ungefähren Temperaturen zu sehen sind. Ganz rechts: Ein Bild mit der Nachtsichtkamera. 

Nachtsichtkamera und Bildqualität

Um in der Dunkelheit jemanden aufspüren zu können, hat das RugOne-Handy auch eine Infrarot-Nachtsichtkamera integriert. Sie liefert die bekannten Schwarz-Weiß-Aufnahmen mittels Infrarot-LEDs, wenn das herkömmliche Umgebungslicht für eine optische Bildgebung nicht mehr ausreicht.

Natürlich gibt es auch eine gewöhnliche Digitalkamera mit einer Auflösung von 50 MP sowie eine Selfie-Kamera mit 32 MP. Beide Kameras liefern passable Bilder. Herkömmliche Handys haben jedoch in der Regel eine bessere Kameraqualität. An Fotografinnen oder Fotografen richtet sich das Xever 7 Pro aber auch gar nicht.

➤ Mehr lesen: Die schrägsten und kuriosesten Smartphones aus Halle 7

Ein Akku zum Tauschen

Praktisch ist außerdem der austauschbare Akku, der darüber hinaus besonders raffiniert erscheint. Das RugOne-Handy hat nämlich eine kleine Batterie integriert, die das Gerät mit Energie versorgt, während man den Akku tauscht. Dafür wird auf dem Display ein Countdown angezeigt, wie lange die interne Stromversorgung noch ausreicht und wie lange der Akkuwechsel noch dauern kann. 

Läuft der Countdown ab, ist es nicht weiter tragisch. Dann muss das Gerät halt neu gestartet werden. Ein Extra-Akku sowie ein passendes Etui sind im Lieferumfang enthalten. Ebenso findet man darin eine eigene Ladestation, um diesen Extra-Akku aufzuladen. 

Der austauschbare Akku hat eine Kapazität von 5.550 mAh und kann mit bis zu 33 Watt geladen werden. Kabelloses Laden ist nicht möglich. Die Batterie treibt einen MediaTek Dimensity 7025 Prozessor an. Alles in allem wird man damit locker über einen ganzen Tag kommen. Die Akkulaufzeit hängt aber wie üblich maßgeblich von der Nutzungsintensität ab.

➤ Mehr lesen: TCL Nxtpaper 60 Ultra im Test: Ein Handy mit mattem Display? Yes please!

Der herausnehmbare Akku des RugOne Xever 7 Pro

RugOne Xever 7 Pro

Sonstige Spezialausstattung

Das Xever 7 Pro hat noch weitere spezielle Ausstattungsmerkmale, die ein Rugged-Phone ausmachen: Es hat einen Einschub für eine microSD-Karte, die Kamera kann auch unter Wasser genutzt werden, es hat einen 3,5mm Klinkenanschluss und wird standardmäßig mit einem "Panzerglas"-Displayschutz ausgeliefert. Weitere passende Schutzfolien befinden sich im Lieferumfang. 

Als Betriebssystem dient Android 15. Der Hersteller verspricht, das Gerät insgesamt bis Android 18 mit den jeweils aktuellen Android-Versionen zu versorgen. Sicherheitsupdates gibt es 5 Jahre lang. Die Benutzeroberfläche ist auf das Notwendige reduziert und kommt ohne viel Schnickschnack.

➤ Mehr lesen: Clicks Communicator mit physischer Tastatur ausprobiert

Fazit

Das RugOne Xever 7 Pro schlägt erfolgreich die Brücke zwischen einem gewöhnlichen Smartphone und einem robusten Werkzeug mit Spezialfunktionen. Ohne das Gerät zu Boden geworfen zu haben und ohne es im Schlamm gewälzt zu haben, dürfte das Xever 7 Pro gegen äußere Einwirkung deutlich besser geschützt sein als herkömmliche Handys.

Ein bisschen unklar scheint mir die Zielgruppe. Wer wirklich auf eine Wärmebildkamera oder auf eine Nachtsichtkamera angewiesen ist, wird sich vermutlich Spezialgeräte dafür anschaffen. 

Das RugOne Xever 7 Pro könnte aber etwa für Handwerker oder Industriearbeiter einen Mehrwert bieten, die keine Spezialwerkzeuge zur Verfügung gestellt bekommen. Die Temperaturanalyse - auch wenn sie keine exakte Messung darstellt - kann in vielerlei Hinsicht praktisch und hilfreich sein. 

Mit seinem ungewöhnlichen Funktionsumfang ist es eine Art Schweizer Messer und vereint ein klassisches Smartphone mit speziellen Features. Natürlich eignet sich das Gerät auch für Outdoor-Enthusiasten, Abenteurer und all jene, die mit solchen Funktionen etwas anfangen können. 

Der Preis des RugOne Xever 7 Pro ist überraschend niedrig. Auf Preisvergleichsportalen war es bis vor kurzem ab 500 Euro gelistet - in der Speichervariante mit 512 GB. Mittlerweile ist der Preis auf 610 Euro gestiegen. 

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Florian Christof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

mehr lesen
Florian Christof

Kommentare