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19.05.2012

Smartphone-gesteuerte Modellfahrzeuge im Test

Vom Hubschrauber bishin zum ferngesteuerten Auto: Auf dem Markt gibt es bereits eine Reihe von ferngesteuertem Spielzeug, das sich mit dem Smartphone bedienen lässt. Die Geräte haben dabei ihre Stärken, aber auch Schwächen, wie ein Praxistest zeigt.

Das Smartphone ist mittlerweile zur eierlegenden Wollmilchsau geworden. Doch eines war es bislang noch nicht: eine Fernbedienung für Modellfahrzeuge. Aber auch das hat sich mittlerweile geändert und nun steht eine ganze Armada zu Land und in der Luft zur Verfügung. Dabei gibt es neben verschiedenen Steuermöglichkeiten auch große Qualitätsunterschiede zwischen den verschiedenen Modellen. Die futurezone hat drei Fahrzeuge und einen Helikopter getestet.

Die getesteten Geräte im Überblick

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Ferrari Modellauto

Ferrari Modellauto

Ferrari Modellauto

Ferrari Modellauto

Mini-Hubschrauber

Mini-Hubschrauber

Mini Cooper S Modellauto

Mini Cooper S Modellauto

Silverlit Enzo Ferrari (1:50, Infrarot)
Wie ein kleines Matchbox-Auto sitzt der nur neun Zentimeter lange Enzo Ferrari auf dem Podest in seiner Verpackung. Dort sollte er besser auch bleiben, denn als wirkliches Spielzeug taugt das nett anzusehende Modell nicht. Die Steuerung des kleinen Flitzers über das Smartphone ist mühsam und nur mit sehr viel Übung überhaupt beherrschbar. Die Bedienung erfolgt - im Gegensatz zum großen Bluetooth-Bruder - per Infrarotadapter, der in die Kopfhörerbuchse des Smartphones gesteckt wird. Anschließend wird der Nutzer gebeten, die Lautstärke voll aufzudrehen und das passende Fahrzeug auszuwählen. Hier ist übrigens Vorsicht geboten: vergisst man darauf, die App zu beenden und steckt dann seine Kopfhörer wieder ein, ist ein Tinitus vorprogrammiert - die App sendet nämlich hochfrequente Signale aus, die ohne den Infrarot-Adapter für Kopf- und Ohrenschmerzen sorgen.

Nachdem die recht einfache Konfiguration abgeschlossen ist, flitzt das rote Modell der 700.000 Euro-Edelkarosse bereits los - und sofern man sich nicht im Freien befindet voraussichtlich bereits gegen die Wand. Das ist das größte Problem der Steuerung, die Geschwindigkeit ist einfach zu hoch und auch mit viel Gefühl ist bereits Geradeaus-Fahren eine große Herausforderung. Zuviel darf man vom 20 Euro-Gadget nicht erwarten, wer allerdings viel Geduld mitbringt, kann zumindest ein paar kurzweilige Minuten mit dem Mini-Enzo verbringen.

Silverlit Enzo Ferrari (1:16, Bluetooth)
Der große Bruder kommt bereits deutlich professioneller daher: Bremslichter, Blinker, Licht, durchsichtige Scheiben sowie ein komplett ausmodellierter Innenraum. Während man beim Infrarot-Modell lediglich ein grob modelliertes Gehäuse erhält, bekommt man hier ein hübsches Modell mit vielen Details. Auch die Wahl für die Bluetooth-Technologie erweist sich als goldrichtig, da die Steuerung hier deutlich besser und nachvollziehbarer reagiert als beim Infrarot-Modell. Dennoch ist das Vergleichsmodell von BeeWi deutlich rascher und ermöglicht einfachere Manöver. Die App des Enzo Ferrari ist derzeit nur für iOS verfügbar.

Während sich das kleine Modell bereits mit einer einzigen AAA-Batterie zufrieden gibt, verlangt das große Modell nach vier AA-Batterien, die sich allerdings im Lieferumfang befinden. Dafür schlägt der Bluetooth-Enzo bereits mit 80 Euro zu Buche. Mit seinen 28 Zentimetern Länge ist es aber im Gegensatz zum Infrarot-Modell keine Variante für die Hosentasche.

Silverlit Sky Wizard
Der Sky Wizard ist ein klassischer Modell-Hubschrauber für Einsteiger, der in der getesteten Variante mit einem Adapter für das Smartphone daherkommt. Dieser ist, wie auch beim Infrarot-Modell des Enzo Ferrari, ein wenig schwerfällig. Doch glücklicherweise findet sich in der Packung auch eine herkömmliche Infrarotfernbedienung, über die das kleine Hubschraubermodell auch aufgeladen wird. Mit dieser fällt der erste Einstieg in die Steuerung relativ leicht. Ein Regler jeweils für Schub, Neigung und Trimmung überfordern am Anfang nicht und halten die Lernkurve relativ flach.

Wechselt man nun zur Smartphone-Steuerung offenbart sich zunächst ein Problem. Denn obwohl es für Android und iOS eine App gibt, ist sie zumindest auf Android nur mit wenigen Modellen kompatibel: HTC Desire G7, HTC Desire S, HTC Sensation G14, HTC HD2, Moto, Moto 2, Samsung Galaxy Mini und dem Samsung Galaxy ACE. Andere Modelle funktionierten im Test nicht. Das ist allerdings kein wirklicher Verlust, denn die Smartphone-Steuerung ist unpräzise und erfolgt nur mit massiver Verzögerung. Die vielen verschiedenen Steuerungsvarianten wären interessant, wenn es nicht knapp zwei bis drei Sekunden dauern würde, bis ein Befehl tatsächlich den Helikopter erreicht. So ist der Sky Wizard nur ein durchschnittlicher Modell-Hubschrauber mit Alu-Gehäuse, der um knapp 50 Euro erhältlich ist.

BeeWi Mini Cooper
Der Mini Cooper von BeeWi ist das mit Abstand beste Gerät im Test. Die App zur Fernsteuerung ist für Android, iOS und Nokia-Smartphones verfügbar und die Einrichtung der Bluetooth-Verbindung geht rasch und direkt aus der App heraus von statten. Die Bedienung erfolgt entweder über das Kippen des Smartphones oder direkt über den Touchscreen. Die letztere Steuerungsvariante ist deutlich einfacher und präziser und daher zu empfehlen. Dabei reagiert der Mini Cooper auch tatsächlich in Echtzeit auf die Eingaben. Das ist, wie sich im direkten Vergleich mit anderen Geräten herausstellt, nicht so selbstverständlich wie man glauben mag. Einziger Kritikpunkt ist das Äußere des Mini Cooper S, das nicht sonderlich detailliert ist.
Bei der Verarbeitung hat man sich nicht viel Mühe gegeben, die Aufkleber für die Blinker sind unsauber aufgeklebt, die Ränder der Plastikteile für die Bremsleuchten verfranst und scharfkantig. Dennoch ist er eindeutig als Mini Cooper S erkennbar und bereitet für 40 Euro durchaus Spaß. Nur sollte man ob der etwas wackeligen Verarbeitung etwas vorsichtig mit ihm umgehen und nicht unbedingt zu oft gegen ein Hindernis fahren.