Auch beim ersten Tesla-Todesopfer, bei dem der Autopilot eingeschaltet war, wurde das Dach regelrecht weggefräst

© AP / ap

Produkte
05/19/2019

Tesla-Autopilot sorgt erneut für einen tödlichen Unfall

Drei Jahre lang hat Tesla eine Autopilot-Schwäche nicht behoben oder beheben können. Mit schwerwiegenden Folgen.

Bei einem Verkehrsunfall mit seinem Model 3 ist ein 50-jähriger Tesla-Fahrer unter gespenstisch ähnlichen Vorzeichen ums Leben gekommen, wie ein Fahrer drei Jahre zuvor beim ersten Todesfall der Geschichte, bei dem der Autopilot eingeschaltet war. Wie damals dürfte die Software einen kreuzenden Lastwagen "übersehen" haben. Das Wagen geriet unter den Anhänger, das Dach wurde regelrecht abrasiert. Der Mann hatte keine Chance.

Autopilot unter Kritik

Auch wenn der Unfall noch genauer untersucht werden muss, zeigt die Kollision eine Schwachstelle der Autopiloten-Software: helle, große Flächen, wie die eines kreuzenden Lastwagens, vor einem ähnlich farbigen Himmel als gefährliches Objekt zu erkennen. Selbst, wenn die Anhänger-Fläche von der Software erkannt wird, wird sie vom Autopiloten oft ignoriert, weil sie als großer Verkehrswegweiser interpretiert wird - wie er etwa auf der Autobahn oft zu finden ist.

Dass Tesla dieses Problem auch nach drei Jahren nicht aus der Welt geschafft hat, stößt etwa dem US-Techblog The Verge auf, der die Hintergründe der eingesetzten Software recherchiert hat. So habe sich Tesla nach dem ersten Unfall unter anderem wegen dieser Fehlfunktion vom Autopiloten-Entwickler Mobileye getrennt, trotz Wissen um die Schwachstelle es aber nicht für nötig gehalten oder geschafft, das Problem in seiner eigenen Software zu beheben.

 

 

Autopilot gibt Sicherheit

In einer Stellungnahme von Tesla gegenüber der futurezone heißt es, dass das Unternehmen sofort nach dem Unfall die zuständigen Behörden informiert hatte. Laut dem aufgezeichneten Daten hat der Fahrer den Autopiloten zehn Sekunden vor dem Aufprall aktiviert und umgehend seine Hände vom Lenkrad genommen, so Tesla. Der Autopilot war bei dieser Fahrt sonst zu keiner Zeit aktiviert.

Tesla weist auch darauf hin, dass Tesla-Fahrer insgesamt mehr als 1,6 Milliarden Kilometer erfolgreich und unfallfrei mit aktiviertem Autopiloten zurückgelegt haben. "Wenn die Fahrer den Autopiloten nutzen wie vorgeschrieben - Hände am Lenkrad und zu jeder Zeit bereit einzugreifen - sei es sicherer mit Autopiloten zu fahren als ohne" schreibt Tesla. Die Unfallzahlen und Statistiken zu Vorfällen listet Tesla seit geraumer Zeit im regelmäßig erscheinenden Vehicle Safety Report, der hier zu finden ist.