Digital Life
30.06.2016

Tesla bestätigt Todesopfer in selbstfahrendem Auto

Erstmals ist in einem Auto, das in selbstfahrendem Modus unterwegs war, ein Mensch bei einem Unfall gestorben. Die US-Verkehrsbehörde evaluiert nun Teslas Autopiloten.

Es war wohl nur eine Frage der Zeit. Wie US-Autohersteller Tesla in einem Blogposting mitteilte, ist das erste Todesopfer eines Autos mit eingeschaltetem Autopiloten zu beklagen. Man habe die Verkehrsbehörde NHTSA darüber verständigt, dass ein Model S in einen tödlichen Unfall auf der Autobahn verwickelt war, bei dem der Fahrer starb. Das Auto habe einen Sattelzug übersehen, der den Weg bei der geteilten Autobahn kreuzte und geriet unter den Anhänger. Die Kollision passierte am 7. Mai in Florida.

Keine Bremsung

Laut der Unfallrekonstruktion haben weder der Autopilot noch der Fahrer gebremst. Tesla glaubt, dass die weiße Farbe des Anhängers im gleißenden Gegenlicht zu dem Zeitpunkt weder vom Computersystem noch vom Fahrer erkannt wurde und es deshalb zur Kollision kam. Tesla glaubt zudem, dass die Unfallschutzmechanismen auch deshalb nicht gegriffen haben, weil das Auto ein Stück weit unter dem Anhänger durchfuhr und dann erst von oben eingedrückt wurde.

Die NHTSA prüfe nun, ob der Autopilot so funktionierte wie vom Hersteller angegeben. Im schlimmsten Fall für Tesla, aber auch für die Forschung könnte der Autopilot-Modus verboten werden. Tesla wies in seiner Stellungnahme darauf hin, dass dies der erste Todesfall bei über 130 Millionen gefahrenen Meilen (209 Millionen Kilometer) gewesen sei. Weltweit sterbe durchschnittlich alle 60 Millionen Meilen ein Mensch, in der USA passiere dies alle 94 Millionen Meilen, also statistisch öfter als es bei Tesla nun der Fall gewesen sei.

Autopilot in Beta-Stadium

Gleichzeitig wies Tesla auf die Vorsichtsmaßnahmen beim Autopiloten-Modus hin. Dieser sei standardmäßig deaktiviert. Kunden, die den selbstfahrenden Modus - er befindet sich noch im Beta-Stadium - nutzen, verpflichten sich, die Hände stets am Steuer zu lassen und im Ernstfall einzugreifen, falls die Software versagen sollte. Das System prüfe regelmäßig über Sensoren, ob der Lenker die Hände am Lenkrad hat und verlangsamt sofort, wenn dies nicht der Fall ist. Gleichzeitig erinnert der Autopilot über Audio-Ansagen, die Hände am Lenkrad zu lassen.

Am Ende des Beitrags würdigte Tesla das Unfallopfer als Freund von Tesla und Teil der Community, der sich Zeit seines Lebens der Innovation und dem Versprechen von Technologie verschrieben habe. Man sei zutiefst traurig und wolle seiner Familie und seinen Freunden das tiefste Mitgefühl aussprechen.