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Breitband
10/15/2014

A1 schafft 650 Mbit/s über alte Kupferleitung

A1 und Alcatel Lucent haben in Wien erstmals gezeigt, wie ein bestehender Kupferanschluss mit der Ultra-Breitband-Technologie G.fast mehrere Hundert Mbit/s erzielen kann.

von Martin Stepanek

Schon bisher versucht A1 über Technologien wie Vectoring höhere Bandbreiten aus dem bestehenden Kupfernetz zu bekommen. Schafft man mit Vectoring schon jetzt garantierte Durchsatzraten von 60 Mbit/s und mehr, erlaubt die nun gezeigte Technologoie G.fast die zehn- bis zwanzigfache Datenmenge. Beim laut A1 ersten G.fast-Kunden der Welt, im Impact Hub Vienna, demonstrierte A1 am Mittwoch eine Downstream-Rate von 536 Mbit/s während der Upstream es immerhin noch auf 116 Mbit/s schaffte.

Höhere Frequenzspektren

Möglich werden diese hohen Bandbreiten auf herkömmlichen Kupferkabeln durch die Nutzung höherer Frequenzspektren. Wöhrend etwa VDSL2 bei 17 MHz angesiedelt ist, findet die Übertragung bei G.fast bei 106 Mhz statt. Um Datenraten von über 1 Gbit/s zu erreichen, wird ein Spektrum von 212 MHz ausgereizt. Um das Übersprechen, also gegenseitige Störungen der im Bündel verlegten Kupferkabel mit Vectoring auszugleichen, braucht es komplexe Algorithmen und viel Rechenleistung.

Voraussetzung für G.fast mit derartigen Bandbreiten ist ein nah gelegener Glasfaser-Anschluss, von dem die letzten Meter aber problemlos über das meist vorhandene Kupferkabel zurückgelegt werden kann. Die Technologie ist für Mehrparteienhäuser gedacht, wo der Glasfaseranschluss bis zum Haus bzw. in den Keller gelegt wird. Die Versorgung der einzelnen Wohnung erfolgt schließlich über herkömmliche Kupferkabel, wie es in dem Wiener Gründerzeithaus, wo Impact Hub Vienna untergebracht ist, auch vorgezeigt wurde.

Ab 2015 kommerziell nutzbar

Der Vorteil liegt auf der Hand. Anstatt die gesamte Hausverkabelung neu machen zu müssen, können auch über die eingezogenen Kuperkabel Geschwindigkeiten erreicht werden, die sonst nur mit Glasfaseranschlüssen möglich sind. A1 will G.fast in den kommenden Monaten noch im Livebetrieb testen und rechnet mit der kommerziellen Verfügbarkeit im kommenden Jahr oder 2016. Weiterhin ungeklärt sind allerdings regulatorische Auflagen beim Thema Vectoring, welche die Einführung verzögern könnte.

Gedacht ist die Technologie für den städtischen Raum und hier vor allem für mehrgeschoßige Mehrparteien-Häuser, da einerseits die nahe Glasfaser-Anbindung gegeben sein muss und die Länge der verbleibenden Kupferverkabelung 250 Meter nicht übersteigen darf. G.fast könne in den nächsten zehn bis 20 Jahren einen wichtigen Beitrag als Überbrückung leisten, bis Glasfaser-Anschlüsse auch tatsächlich flächendeckend in Wohnungen (Fibre to the Home) umgesetzt werden, sagte A1-Generaldirektor Hannes Ametsreiter bei der Präsentation.

Glasfaser näher zum Kunden

"Wir müssen Glasfaser näher zum Kunden bringen, aber es gibt viele technischen Möglichkeiten, wie man die letzten Meter in die Wohnungen überbrückt", sagt auch Thomas Arnoldner, Vorstandsvorsitzender von Acatel-Lucent in Österreich. Ging es vor einigen Jahren beim Thema Breitband vor allem um das Schlagwort Fibre to the Home, würden die entwickelten Vectoring-Technologien ganz neue Möglichkeiten bieten, um die bestehenden Kupfernetze ohne riesigen Investitionssummen zu revitalisieren.

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