Riesige Asteroiden könnten Erde öfters treffen als gedacht
Was passiert, wenn man einen Asteroiden mit Atomwaffen beschießt?
Das Szenario klingt wie ein Hollywood-Blockbuster: Ein Asteroid ist auf direktem Kollisionskurs mit der Erde. Um das Schlimmste zu verhindern, bleibt nur ein Ausweg: ihn mit der stärksten Waffe bekämpfen, die die Menschheit hat, einer Atombombe.
Völlig unrealistisch ist so ein Szenario nicht. Zwar entwickeln Forscher weltweit Abwehrmaßnahmen, die ohne Atomwaffen auskommen. Ob im Ernstfall aber genug Zeit bleibt, um ihn auf andere Weise abzulenken, ist nicht garantiert.
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Stresstest für Meteoriten-Material
Die große Sorge dabei ist, dass der Asteroid durch den Beschuss zerbricht und die Trümmerteile die Erde treffen. Aus einem riesigen Problem werden dann viele kleine. Ein internationales Forscherteam hat daher untersucht, wie ein Eisen-Asteroid in so einem Fall tatsächlich reagieren würde.
Dafür wurde eine Probe des Campo-del-Cielo-Meteoriten mit einem extrem energiereichen Protonenstrahl beschossen. Das simuliert die Energie, die beim Einsatz von Atomwaffen entstehen würde. Durchgeführt wurde dieser Stresstest im Super Proton Synchrotron Teilchenbeschleuniger am CERN. Ziel war es, genau das Verhalten des Materials zu beobachten, während es beschossen wird, anstatt nur seine Eigenschaft davor und danach festzuhalten.
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Stärker als angenommen
Das Meteoriten-Material absorbierte deutlich mehr Energie als zuvor vermutet wurde. Es wurde zunächst weicher, verbog sich und verstärkte sich schließlich. Statt also wie befürchtet zu zerbrechen, verteilen sich die Energie im Material. Zudem zeigte sich, dass diese Verteilung umso besser funktionierte, je schneller und härter es getroffen wurde.
Das zylindrische Meteoriten-Teil (c) wird im Versuch mit sehr energiereicher Strahlung beschossen
© Bochmann et al., Nat. Commun., 2025
Notfalloption für den Ernstfall
Mit dem Experiment konnten die Forscher zeigen, dass zumindest metallreiche Asteroiden auch den Beschuss mit einer Atombombe aushalten könnten. Es sei möglich, einen Asteroiden mit einer so großen Energie zu treffen, ohne ihn dabei zu zerstören, sagen die Forscher.
So könnte er sich von seiner Flugbahn ablenken lassen. „Das hält eine Notfalloption für Situationen mit sehr großen Objekten oder sehr kurzen Warnzeiten offen, in denen nicht-nukleare Methoden unzureichend sind“, sagt Team-Leiterin Melanie Bochmann in einem Statement.
Das Team plant weitere Test mit anderen Meteoriten-Typen durchzuführen. Das Ergebnis ihrer Forschung erschien im Fachmagazin Nature.
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Wie ein Abwehr-Szenario mit einer Atombombe aussehen würde, ist bisher noch offen. Eine Option wäre es, den Asteroid nicht direkt mit einem Sprengsatz zu treffen. Stattdessen könnte dieser neben dem Asteroiden gezündet werden, um diesen durch die Wucht der Explosion von seinem Kurs abzubringen.
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