Science
05.04.2017

Forscher entwickeln 3D-Venen-Scanner

Damit sensible Daten vor unberechtigtem Zugang geschützt sind, reicht die Identifizierung durch Fingerabdruck-Scan und ähnliche biometrische Systeme nicht.

Von der Unsicherheit von biometrischen Systemen sind Schweizer Forscher überzeugt (und nicht nur sie, wie in dem futurezone-Bericht zu lesen ist) und haben eine Technik entwickelt, die praktisch nicht zu knacken sein soll. Das System beruht auf einem 3D-Venen-Scanner, der vom Forschungsinstitut Idiap in Martigny, der Fachhochschule Sitten und dem Startup-Unternehmen Global ID entwickelt wurde. Forscher der ETH Lausanne (EPFL) um Serge Vaudenay haben dieses System nun weiter verbessert, damit die Daten noch sicherer als bisher verarbeitet werden können, wie die Hochschule am Mittwoch mitteilte.

„Zweidimensionale Venen-Erkennung wird bereits weltweit eingesetzt, aber das System hat seine Fehler“, sagte Lambert Sonna Momo, einer der Gründer von Global ID, laut der EPFL-Mitteilung. „Mit der 3D-Analyse ist das Risiko von Fälschungen praktisch inexistent, da wir alle unterschiedliche Venen haben.“ Das System kann eine Person somit untrüglich identifizieren, wenn sie den Zeigefinger auf den Sensor legt.

Für Grenzkontrollen

Der tragbare Scanner könnte beispielsweise bei Grenzkontrollen, Finanztransaktionen oder auch in Spitälern eingesetzt werden, um Patienten eindeutig zu identifizieren. Dank der von den EPFL-Forschern eingesetzten Verschlüsselungstechnik können persönliche Daten auch beim Identifizierungsvorgang nicht gestohlen werden: Die Informationen werden verarbeitet, ohne dass sie wirklich entschlüsselt werden.

Testläufe des System seien unter anderem in Kamerun im Gange, schrieb die EPFL. Für Entwicklungsländer könnte das System besonders interessant sein, da es sehr robust sei.