Science
11.01.2019

Forscher fotografieren erstmals Geburt eines Schwarzen Lochs

Forscher glauben, dass hinter einer Leuchterscheinung im All ein frisch entstandenes Schwarzes Loch steckt.

Im Juni 2018 hat das ATLAS-Teleskop in Hawaii in 200 Millionen Lichtjahren Entfernung eine Anomalie in der Herkules-Konstellation entdeckt. Das Objekt AT2018cow, von den Forschern liebevoll "Cow" genannt, leuchtete vergleichsweise kurz extrem hell auf und verschwand dann wieder. Die Forscher haben dann mit mehreren Teleskopen Aufnahmen in verschiedenen Bereichen des Spektrums, unter anderem im Röntgen- Gamma- und Radiowellenteil, gemacht, um mehr über das Objekt zu erfahren, wie phys.org berichtet.

Nach Analyse der Bilder glauben die Forscher jetzt, dass die Teleskope den exakten Moment aufgenommen haben, in dem ein Stern zu einem kompakten Objekt zusammengefallen ist, also einem Schwarzen Loch oder einem Neutronenstern. Das helle Leuchten entsteht in diesem Szenario durch Reste des Sterns, die sich dem Ereignishorizont des neuen Schwarzen Lochs oder des Neutronensterns nähern beziehungsweise diesen umkreisen. "Wir wissen aus der Theorie, dass Schwarze Löcher und Neutronensterne entstehen, wenn ein Stern stirbt, aber wir haben diese Objekte bisher noch nie kurz nach ihrer Geburt beobachten können", sagt Raffaella Margutti, die das Forschungsprojekt leitet. Die Ergebnisse werden in kürze im Astrophysical Journal veröffentlicht.

Zu Beginn der Beobachtung haben die Forscher Cow für eine Supernova gehalten. Dann stellten sie fest, dass Cow zehn- bis hundertmal heller war, als eine typische Supernova. Zudem dauerte der Prozess des Aufleuchtens und Verschwindens deutlich weniger lang als bei anderen Novae. In nur 16 Tagen war die Show wieder vorbei. Das ist im kosmischen Maßstab praktisch nichts.