Science
01.07.2011

Google Maps: Wiener Linien weisen Schuld zurück

Bei einem Gespräch über das Forschungsprojekt "e-mobility on demand" der Wiener Stadtwerke hat Wiener-Linien-Geschäftsführer Michael Lichtenegger den Vorwurf zurückgewiesen, man beliefere Google nicht mehr mit Fahrplandaten, um Konkurrenz zu eigenen Services wie der Quando-App zu verhindern.

Die Zulieferung der Daten sei gestoppt worden, da die vertraglichen Bedingungen Googles dazumal nicht erfüllt werden konnten. Die eingespeisten Fahrpläne seien zudem veraltet gewesen, von Google habe es diesbezüglich aber keine Bereitschaft gegeben, aktuellere Daten der Wiener Linien einzupflegen, so Lichtenegger im Gespräch mit der futurezone.

Google Maps auch in anderen Städten ohne Fahrplandaten

„Dasselbe Problem hatten aber nicht nur wir sondern auch Verkehrsbetriebe anderer Städte, weswegen Sie derzeit auch nur wenige Fahrplandaten in den Google Services finden werden“, meint Lichtenegger. Da sich die Gesprächsbasis mit Google in den vergangenen Monaten entscheidet gebessert habe, hofft Lichtenegger, neben den eigenen Services auch bald wieder Google Maps mit Daten beliefern zu können. Eine Belieferung mit Echtzeitdaten sei aber nicht geplant.

Open Data: "Ja, aber
"
Von Journalisten auf das Thema Open Data angesprochen, unterstrichen Lichtenegger sowie die Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke, Gabriele Payr, dass man das Bereitstellen von Daten plane. Gleichzeitig hielt Lichtenegger fest, dass Echtzeitdaten eher nicht Teil dieser Open-Data-Initiative sein werden. Schon heute biete man mit Quando eine beliebte und einfach zugängliche Plattform an, die von Kunden kostenlos genutzt werden könne und Echtzeitinformationen bereitstelle.

Forschungsprojekt "e-mobility on demand"
Antworten auf die Mobilitätsfragen der Zukunft erhoffen sich die Wiener Stadtwerke über das am Donnerstag präsentierte Forschungsprojekt „e-mobility on demand“, das bis 2013 praxistaugliche Ergebnisse vorlegen soll. Unter dem Motto „weg vom Besitzen, hin zum Nutzen“ soll öffentlicher Verkehr und Individualverkehr noch intelligenter als bisher ineinander verschränkt werden. Den Stadtwerken schwebt ein Car-Sharing- und E-Bike-Modell vor, von dem auch das öffentliche Verkehrssystem profitieren soll.

Erklärtes Ziel ist es, die derzeit 840 Millionen Fahrten auf eine Milliarde und den Anteil des öffentlichen Verkehrs von etwa 36 auf 40 Prozent zu erhöhen. Das Projekt wird über eine Förderungssumme von 1,3 Mio. Euro aus dem Klimafonds gespeist.