Science
05.05.2014

Junges Blut revitalisiert alte Mäuse

Zwei voneinander unabhängige Studien kommen zum Schluss, dass die Transfusion von jungem Blut die kognitiven und physischen Leistungen alter Mäuse verbessern kann.

Wenn alten Mäusen Blut, das zuvor jungen Artgenossen abgezapft wurde, injiziert wird, verbessert sich ihr körperlicher und geistiger Zustand, wie extremetech berichtet. Forscher der Universität Stanford, der University of California und der University of San Francisco haben eine entsprechende Studie in Nature Medicine veröffentlicht. Sie kommen zum Schluss, dass junges Blut bei Mäusen altersbedingte kognitive Fehlleistungen beheben und die synaptische Plastizität von alten Gehirnen verbessern kann. Unabhängig davon haben Forscher der Uni in Harvard Ergebnisse in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht, die nahelegen, dass das Blut junger Mäuse die kognitive und körperliche Leistungsfähigkeit alter Tiere verbessert.

Die Harvard-Forscher gehen davon aus, dass ein Protein namens GDF11, das im Blut junger Tiere in deutlich höheren Konzentrationen vorliegt, für die verbesserten Werte bei alten Tieren verantwortliuch ist. GDF11 verjüngt demnach Blutgefäße im Gehirn, die mit zunehmendem Alter enger und werden. Auch Muskelzellen profitieren von der Behandlung mit dem Protein. Die Forschergruppe von der US-Westküste will sich hingengen noch nicht festlegen, worauf die leistungssteigernde Wirkung der Transfusionen zurückzuführen ist. Die Wissenschaftler haben aber festgestellt, dass bei alten Mäusen nach der Injektion von Blutplasma junger Tiere eine verbesserte Funktion des Hippocampus feststellbar war. Nervenzellen haben Verbindungen nach der Behandlung schneller und in größerer Zahl hergestellt. Die mit Blut gedopten Mäuse schnitten in Tests ihres Erinnerungsvermögens und ihrer Lernfähigkeit deutlich besser ab als vor der Therapie.

Dass die Ergebnisse auch für Menschen relevant sind, liegt nahe, kann mit den Ergebnissen der Mäuse-Forscher aber nicht bestätigt werden. Vor allem für die Behandlung neurodegenerativer Krankheiten könnten die Ergebisse neue Ansätze liefern.