Science
31.12.2018

„Mutter von Hubble-Teleskop“ Nancy Roman gestorben

Die Wissenschaftlerin war für zahlreiche wegweisende Projekte verantwortlich und die erste Chef-Astronomin der NASA.

Nancy Grace Roman, die erste Chef-Astronomin im NASA Office of Space Science ist am 25. Dezember im Alter von 93 Jahren gestorben. Das teilte unter anderem NASA-Chef Jim Bridenstine über Twitter mit.

Roman war eine der ersten Frauen in leitender Position bei der US-Weltraumbehörde und galt als „Mutter“ des Hubble Weltraumteleskops. So wurde sie unter anderem vom aktuellen NASA-Chef-Astronomen Derrick Pitts bezeichnet.

Zentrale Rolle für Hubble

Obwohl das Teleskop erst elf Jahre nach ihrer Pensionierung in Betrieb ging, war sie in zentraler Rolle für die Planung und Umsetzung des ambitionierten Projekts verantwortlich. Außerdem war sie für zahlreiche andere Missionen zuständig, die den Forschern halfen, über die Grenzen unserer Atmosphäre hinweg zu sehen. So war sie etwa für die Planung und Umsetzung von drei anderen Weltraumteleskopen sowie drei kleinen astronomischen Satelliten verantwortlich. 

Romans frühe Arbeiten fanden an der Universität von Chicago sowie am Yerkes Observatorium im US-Bundesstaat Wisconsin statt. Später wurde sie vom United States Naval Research Laboratory angestellt, einem gemeinsamen Forschungslabor der Navy und des Marine Corps., bevor sie schließlich bei der US-Weltraumbehörde landete.

Auszeichnungen

Im Laufe ihres Lebens erhielt Roman zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen, unter anderem den Women in Aerospace Lifetime Achievement Award und den NASA Exceptional Scientific Achievement Award. Sie war außerdem in der amerikanischen Vereinigung für Frauen in Universitäten (American Association of University Women) tätig und hat sich Zeit ihres Lebens auf dafür eingesetzt, Schulkinder dazu zu motivieren, einen Karriereweg in der Forschung einzuschlagen.

2007 brachte Lego ein Figurenset auf den Markt, um weibliche Pionierinnen bei der NASA zu ehren. Neben den Astronautinnen Sally Ride und Mae Jemison sowie der Programmiererin Margaret Hamilton war auch Roman eine Figur gewidmet, wie die Washington Post schreibt.

„Ich bin froh, dass ich viele Menschen ignoriert habe, die mir gesagt haben, ich könne keine Astronomin sein“, sagte sie später in einem Interview.