Science
25.10.2016

Singapur testet größte schwimmende Solarzelle der Welt

Schwimmende Solarzellen könnten Energie erzeugen und die Verdunstung von Wasser in heißen Regionen verlangsamen. Nun sollen die Auswirkungen auf die Umwelt erforscht werden.

Der asiatische Stadtstaat Singapur installiert bis Dezember auf einem Wasserreservoir ein riesiges Testfeld mit schwimmenden Solarzellen. Mit einer Fläche von einem Hektar - größer als ein Fußballfeld - sei dies das weltweit größte Testfeld seiner Art, berichtete das Solarforschungsinstitut Singapurs am Dienstag.

Das Institut will herausfinden, ob Seen sich als Aufladefläche für Sonnenkollektoren eignen. Mit großflächiger Abdeckung könne zudem die Verdunstung von Wasser verlangsamt werden, meinte Umweltminister Masagos Zulkifli. Die Wissenschaftler prüfen, wie sich die Abdeckung auf Fische und andere Lebewesen im Wasser auswirkt. Das Solarfeld könne mit einer Spitzenleistung von einem Megawatt genug Energie für 250 Wohnungen erzeugen, hieß es.

Zwei neue Windturbinen pro Stunde

Das rasante Wachstum erneuerbarer Energien übertrifft die Erwartungen der Experten. Allein in China wurden 2015 jede Stunde zwei Windturbinen installiert, wie die Internationale Energieagentur (IEA) am Dienstag in Singapur berichtete. Weltweit seien jeden Tag eine halbe Million Sonnenkollektoren aufgestellt worden.

Die Agentur rechnet deshalb jetzt bis 2021 mit 13 Prozent mehr Wachstum bei erneuerbaren Energien als noch vor einem Jahr. Der Anteil an der Stromversorgung steige bis dahin von 23 auf 28 Prozent.

Rekordjahr 2015

2015 war nach IEA-Angaben ein Rekordjahr: erstmals sei mehr als die Hälfte der neu installierten Stromkapazität auf Basis erneuerbarer Energien gebaut worden, vor allem Wind- und Sonnenenergie. Erstmals hätten erneuerbare Energien Kohle als größte Quelle der installierten Energiekapazität abgelöst. 2015 seien 153 Gigawatt Kapazität aus nachhaltigen Quellen hinzugekommen, 40 Prozent davon in China. Gerade in Asien treibe nicht nur der Klimawandel den Markt, sondern auch der Wunsch nach besserer Luft und nach mehr verschiedenen Energiequellen.

Der Vormarsch gehe auf klare Vorgaben der Politik, etwa beim Klimagipfel im vergangenen Dezember in Paris, und die deutlich niedrigeren Kosten zurück. Vor allem die USA, China, Indien und Mexiko preschten voran. „Wir sind Zeugen einer Transformation der globalen Strommärkte, angeführt von erneuerbaren Energien“, sagte der Exekutivdirektor der IEA, Fatih Birol. „Was das Wachstum angeht, wander der Schwerpunkt in die aufstrebenden Märkte.“

Viel Verbesserungspotenzial

Im Bereich Heizen und Transport müsse aber noch deutlich mehr an erneuerbaren Energien gearbeitet werden, und für viele ärmere Länder seien die Kosten der Installation noch zu hoch, schreibt die IEA.

In Deutschland ist der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums von 2015 innerhalb eines Jahres von 26 auf rund 30 Prozent gestiegen. Steinkohle und Braunkohle machten zusammen gut 42 Prozent aus.