Das Pulver braucht die Schwingung der elektrischen Zahnbürste, um zu wirken (Symbolbild).
Neues Pulver macht Zähne mit elektrischer Zahnbürste wirklich weiß
Wer gerne Kaffee, Tee oder Rotwein trinkt oder viel raucht, hat früher oder später mit Zahnverfärbungen zu kämpfen. In so einem Fall kann ein Besuch bei der Mundhygiene helfen. Viele greifen zusätzlich auf Bleaching-Produkte zurück.
Ein Forschungsteam der Chinese Academy of Sciences hat nun ein völlig neues Mittel zur Zahnaufhellung entwickelt. Das neuartige Pulver wird durch die Vibrationen einer elektrischen Zahnbürste aktiviert und kann nicht nur aufhellen, sondern auch den Zahnschmelz schützen. Details wurden kürzlich in der Fachzeitschrift ACS Nano veröffentlicht.
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Kein Wasserstoffperoxid
Gewöhnliche Bleaching-Gels oder -Streifen basieren in der Regel auf Wasserstoffperoxid, das etwa auch zum Blondieren von Haaren verwendet wird. Wenn man es auf den Zahn aufträgt, zerfallen dessen chemische Verbindungen.
Dabei wird Sauerstoff freigesetzt, der Verfärbungen durch einen Oxidationsprozess zerstört. So werden die Zähne aufgehellt, allerdings kann dabei auch der Zahnschmelz geschädigt werden.
Aktivierung mit elektrischer Zahnbürste
Das chinesische Forschungsteam setzt mit seinem Prototypen stattdessen auf ein keramisches Pulver namens BSCT. Es basiert auf Strontium- und Kalzium-Ionen, kombiniert mit Bariumtitanat.
Bringt man das Pulver in Schwingung – etwa mittels einer elektrischen Zahnbürste – generiert es ein elektrisches Feld. Dieser sogenannte piezoelektrische Effekt hat chemische Reaktionen zur Folge, die zur Zahnaufhellung führen. Der piezoelektrische Effekt entsteht durch Druck auf das Bariumtitanat. Dasselbe Prinzip findet z.B. auch in Feuerzeugen Anwendung.
Langfristige Mundgesundheit
„Diese Arbeit bietet eine sichere Strategie zur Zahnaufhellung zuhause, und kombiniert Aufhellung mit Zahnschmelz-Reparatur und Mikrobiom-Balance für langfristige Mundgesundheit“, sagt Min Xing, einer der Studienautoren in einer Aussendung.
Im Laborversuch zeigte sich, wie gut die neue Methode funktioniert: Nach 4 Stunden des Putzens mit BSCT und einer elektrischen Zahnbürste wurden menschliche Zähne, die künstlich mit Tee und Kaffee verfärbt worden waren, sichtbar heller. Nach 12 Stunden Putzen waren die Zähne fast 50 Prozent weißer als die Zähne der Kontrollgruppe, die mit Kochsalzlösung geputzt wurden.
Zahnschmelz- und Parodontitis-Schutz
Bei Zähnen, deren Zahnschmelz und Zahnbein beschädigt war, zeigte sich nach der Behandlung eine Regeneration: Die Strontium-, Kalzium- und Barium-Ionen aus dem Pulver bildeten Ablagerungen auf der Zahnoberfläche.
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Die Forscherinnen und Forscher testeten ihr Pulver auch an Ratten, die mit zuckerreicher Nahrung gefüttert wurden. 4 Wochen lang putzten sie ihnen täglich eine Minute lang die Zähne.
Dabei stellte sich heraus, dass Porphyromonas gingivalis und Staphylococcus aureus, 2 Bakterien-Arten, die Parodontitis verursachen können, durch den piezoelektrischen Effekt abgetötet werden. Gleichzeitig wurden Entzündungen reduziert.
In Zukunft als Zahnpasta
Das Forschungsteam betont, dass sein Ansatz eine sichere Methode zur Zahnaufhellung ermöglicht. Besonders die Tatsache, dass es ganz einfach zuhause angewendet werden kann, sei vielversprechend.
Noch ist das BSCT nicht über den Prototypen-Status hinaus. In Zukunft könnte das Pulver allerdings in Zahnpasta integriert werden.
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