Günstiger an der Wiener Börse investieren

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Start-ups
01/21/2019

startup300 startet schwach an Wiener Börse

Das Investorennetzwerk sackte nach seinem Debüt an der Wiener Börse im Handel deutlich ab.

Das Linzer Investorennetzwerk startup300, das heute seine Erstnotiz im neu geschaffenen KMU-Marktsegment an der Wiener Börse feiert, weist in seinem heute veröffentlichten Jahresabschluss (Einzelabschluss) für 2018 einen Überschuss von 113.485 Euro aus. Im Jahr davor wurde demnach noch ein Verlust in Höhe von 338.300 Euro geschrieben.

Wie bei Börsengängen üblich, wurde die "Braut" vorher noch etwas herausgeputzt. Zum positiven Jahresüberschuss trug vor allem ein Einmaleffekt bei - der konzerninterne Verkauf von 26 Wertrechten (Start-up-Beteiligungen) in Höhe von 1,09 Mio. Euro. So konnte das Finanzergebnis von minus 29.200 auf plus 703.590 Euro gedreht werden.

Die Umsatzerlöse stiegen im Jahresabstand von 155.900 auf 255.577 Euro, die Erträge aus Beteiligungen machten 104.430 Euro aus. Für 2017 wird hier kein Betrag ausgewiesen. startup300 war per Ende 2018 an sechs Unternehmen beteiligt. Das größte Investment, die JFDI GmbH, ist das Unternehmen hinter der Marke Pioneers, bekannt vor allem für die Veranstaltung des Pioneers Festivals in Wien.

Conda wird dieses Jahr komplett übernommen

Vom Wirtschaftsprüfer KPMG erhielt die startup300 AG nur einen eingeschränkten Bestätigungsvermerk. Begründet wird dieser mit dem Erwerb von 11 Prozent der Crowdinvesting-Plattform Conda AG im November des Vorjahres und der damit zusammenhängenden vertraglichen Bindung, die restlichen Anteile von 89 Prozent bis Mai 2019 zu erwerben - 13 Prozent durch Aktienkäufe und 76 Prozent durch Sacheinlage. Der Transaktion wird ein Ausgabebetrag von 11,57 Euro pro startup300-Aktie zugrunde gelegt. Ende Dezember beträgt der Buchwert der erworbenen Anteile 744.000 Euro. Das sind 12 Prozent des gesamten Finanzanlagevermögens von rund 6,0 Mio. Euro.

"Aufgrund von fehlenden Planungsrechnungen der Conda AG und der Tochtergesellschaften konnten wir keine ausreichenden Prüfungsnachweise über die Werthaltigkeit dieser Beteiligung bzw. allfällig notwendige Rückstellungen für schwebende Verluste im Zusammenhang mit dem Erwerb der restlichen Anteile erlangen", halten die Prüfer im Bestätigungsvermerk fest.

Verlust erwartet

Den Konzern-Jahresabschluss 2018 wird startup300 in den kommenden zwei Wochen gesondert veröffentlichen. Es sei absehbar, dass dieser aufgrund von Firmenwertabschreibungen ein negatives Jahresergebnis von rund 1,4 Mio. Euro aufweisen werde, teilte startup300 am Montag weiters mit.

Am heutigen ersten Handelstag sackte die startup300-Aktie nach einem kurzen Aufwärtstrend deutlich ab, der bisherige Tiefstwert (12:20 Uhr) lag bei 8,2 Euro. Das entspricht einem Minus von 18 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis von 10 Euro. Das Tageshoch lag bisher bei 10,40 Euro, das Tagestief bei 9,50 Euro.