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Mobiles Bezahlen VeroPay: Bezahl-App aus Tirol startet in ganz Österreich .

Mit der VeroPay App kann man künftig in allen Merkur- und Hartlauer-Filialen zahlen. Weitere Geschäfte sollen folgen.
Mit der VeroPay App kann man künftig in allen Merkur- und Hartlauer-Filialen zahlen. Weitere Geschäfte sollen folgen. - Foto: Secure Payment Technologies
Bezahlen mit dem Handy, ohne dass dabei sensible persönliche Daten ausspioniert werden können: Diese Lösung gibt es ab sofort für alle österreichischen Banken.

Bezahlen per Smartphone ist in Tiroler Supermärkten der Kette MPREIS seit mehr als einem Jahr möglich. 500 aktive Kunden gibt es dort, die im Schnitt einmal pro Woche einen Zahlungsbetrag von rund 20 Euro mit der smarten App „VeroPay“ des Tiroler Start-ups Secure Payment Technologies bezahlen. „Die App wird von unseren Kunden sehr gut angenommen. Viele haben anfangs  einfach mal nur eine neue Zahlungsmethode ausprobieren wollen und sind dann dabei geblieben“, erklärte Mpreis-Unternehmenssprecherin Ingrid Heinz.

Bei allen Banken

Was in Tirol nur in Kombination mit einem Konto bei der Hypo Tirol Bank funktioniert hat, geht seit Dienstag flächendeckend in ganz Österreich – und zwar egal, bei welcher Bank man sein Bankkonto hat. Einzige Voraussetzung: Man muss über 18 Jahre alt und europäischer Staatsbürger sein.  Die "VeroPay"-App ist ab sofort für Android und iOS verfügbar. Da man zur Aktivierung einen Code eingeben muss, der am Kontoauszug erscheint, muss man sich allerdings gedulden, bevor man die App in der Praxis nutzen kann.  Zahlen kann mit mit „VeroPay“ dann auch in allen 128 Merkur Markt-Filialen und 160 Hartlauer-Geschäften.

"Schnell, einfach, cool" bezeichnete etwa Klaus Pollhammer, Vorstand der Merkur Warenhandels AG, die neue Bezahl-App des Tiroler Start-ups. Das Besondere an der App: Sensible Daten wie Bankverbindung, Kontonummer oder Kundenname werden nicht auf dem Smartphone abgespeichert. „Das ist wie bei einer TAN-Code-Zahlung: Man autorisiert diese per Handy, nur technologisch gesehen läuft es ein bisschen anders ab“, erklärte Michael Suitner, Gründer und Geschäftsführer des Tiroler Start-ups. „Wir arbeiten bei der Abwicklung der Zahlung ausschließlich mit IDs, das heißt, wir kennen die Kunden nicht.  Selbst wenn die NSA Zugriff auf die Datenbank erlangen würde:  Sie würde vor einer Datenbank mit lauter anonymen IDs stehen.“

So funktioniert die Smartphone-App

Die futurezone sah sich die neue Technologie bereits im vergangenen Jahr in der Praxis an. Nach dem Starten der App und der Eingabe eines PIN-Codes wird am Handy ein Strichcode generiert. Dieser wird an den Barcode-Scanner hingehalten und schon hat man bezahlt. Der Code gilt dabei vier Minuten lang, danach braucht man einen neuen. Den Einkauf findet man dann wie bei der Zahlung mit Bankomatkarte auf seinem Kontoauszug wieder. Je nach Anbieter kann man mit „VeroPay“ Einkäufe bis zu 150 Euro tätigen. Bei der Hypo Tirol Bank hat man derzeit ein Tageslimit von 100 Euro gesetzt. Doch das könnte ebenfalls heraufgesetzt werden. „Wir denken darüber nach“, so Johann Kollreider, Vorstand der Hypo Tirol Bank.

„VeroPay“ kann beim Merkur Markt und bei Hartlauer nicht nur in Verknüpfung mit der Kundenkarte eingesetzt werden, man muss also kein „Freund“ sein (wie es im Merkur-Konzept heißt), sondern kann auch unabhängig davon mit dem Smartphone bezahlen. Kunden, die die Kundenbindungsangebot der Handelskette jedoch nutzen möchten, finden in der Merkur Markt-App einen „Link“ zur Zahlung per „VeroPay“. Somit können Kunden zuerst ihre Rabatte einlösen und im Anschluss dann mit dem Handy zahlen.

Zielgruppe für die neue App sind alle Smartphone-User. „Das Smartphone übernimmt in unserem Alltag immer mehr Aufgaben. Damit zu bezahlen, ist nur der nächste logische Schritt“, meinte Handyexperte Robert Hartlauer.

NFC-Konkurrenz

Die Technologie ist durchaus als Konkurrenz zum viel gehypten Trend NFC (Near Field Communication) zu sehen. Schließlich wird seit Jahren versucht, das mobile Bezahlen am Smartphone – per NFC – durchzusetzen. Eine NFC-Integration sei mittelfristig geplant, so Suitner, doch habe nicht oberste Priorität. Kollreider von der Hypo Tirol sieht das so: „NFC ist eine Technologie, an der noch viel gearbeitet wird. Die Sicherheitsproblematik ist noch nicht gelöst, zudem benötigt man an den Kassen eine eigene Hardware.“ Die Bezahl-App des Tiroler Unternehmens hingegen arbeitet mit herkömmlichen Strichcodes, eine Umrüstung an den Supermarkt-Kassen ist daher nicht erforderlich. „Bei Merkur haben wir Handscanner, seit zwei Jahren im Einsatz. Das Smartphone muss also nicht aus der Hand gegeben werden“, so Pollhammer.

Laut Suitner befinden sich bereits zahlreiche weitere Händler in der Pipeline, die „VeroPay“ einsetzen möchten. Das Ziel des Tiroler Start-ups: „Wir möchten diese Zahlungslösung in ganz Europa etablieren.“

(futurezone) Erstellt am 29.10.2013, 12:03

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