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mother. Internet der Dinge: Mutter weiß dank Keksen alles.

Der Überwachungs-Terminal mother. ist ein Paradebeispiel für das Internet of things - in Kombination mit Sensoren - Cookies genannt - kann eine Familie überwacht werden
Der Überwachungs-Terminal mother. ist ein Paradebeispiel für das Internet of things - in Kombination mit Sensoren - Cookies genannt - kann eine Familie überwacht werden - Foto: Gerald Reischl
mother. heißt eine kleine Kunststoffpuppe, die in Kombination mit Sensoren, die wir im Haus und an uns verteilen, eine ganze Familie und unseren Alltag überwachen soll.

Die "Mutter" sieht aus wie ein kleiner, weißer Barbapapa – hat leuchtend blaue Augen und einen roten Mund – nur eine Nase und die Augenbrauen hat die Herstellerfirma Sen.se vergessen, „mother.“ aufzumalen. Aber seit Hello Kitty weiß man ja, dass auch eine Katze ohne Mund zu einer weltweiten Berühmtheit werden kann.

Der Vater von mother.

Sen.se hat sich schon sehr früh auf das Thema Internet der Dinge gesetzt. Sen.se wurde von Rafi Haladjian, der auch den ersten drahtlosen Hasen Nabaztag entwickelt hat, gegründet. Im vergangenen Jahr hatte Nabaztag seinen Auftritt bei der Consumer Electronics Show. Der Hase konnte E-Mails vorlesen, den Wetterbericht, MP3s vorspielen und über Aktienkurse berichten, wenn sie nach oben oder unten gingen. Heuer will Sen.se mit „mother.“ und seinen „Cookies“ auffallen. Und tut es auch. „mother. ist die erste Internet-of-Things-Anwendung im Alltag“, ist Rafi Haladjian überzeugt, einen Meilenstein entwickelt zu haben.

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mother. wird mit vier Sensoren ausgeliefert und wird etwa 250 Euro kosten - Foto: Sen.se

Überwachungspuppe

mother. ist eigentlich ein Überwachungsterminal, das man daheim an die Steckdose steckt und ins WLAN einloggt. Hat man das gemacht, müssen die einzelnen Cookies angeschlossen werden – kleine Sensoren, etwa fünf Zentimeter groß und mit unterschiedlichen Farben an der Spitze gekennzeichnet – daher wohl auch der Name Keks. mother. soll, so die Vorstellung der Entwickler, tatsächlich einige Funktionen einer echten Mutter übernehmen und auf das Wohl der Familienmitglieder schauen – daher kann sie auch programmiert werden. Was die Mutter weiß, kann man immer über eine App, bzw. diverse Apps abrufen. Haladjian zeigt auf der CES bereits einige seiner Ideen und Vorschläge und die sind durchaus spannend, wobei sicher ist, dass auch eine kleine Diskussion über die Privatsphäre einsetzen wird, da mother. durchaus auch als „Big Mom is watching you“- oder „Big Dad is watching-you“-Produkt betrachtet werden kann: Die kleinen Kekse können nämlich Bewegungen, Temperaturen und verschiedene andere Tätigkeiten überwachen, weil sie mit Sensoren ausgestattet sind – vom Temperaturfühler bis zum Beschleunigungsmesser.

Schlafmonitor bis Alarmanlage

Cookies werden unter einen Kopfpolster gelegt und mother. analysiert, wie man geschlafen hat und wann man aufwacht. Legt man die Cookies auf eine Kaffeemaschine wird mitprotokolliert, wann man sich einen Espresso genehmigt hat. In die Laufschuhe oder in die Laufmontur gesteckt, weiß mother., dass man (genug) Bewegung macht. Die Sensoren können auch als Schrittzähler verwendet werden, sie sind  Alarmanlage (weil sie an eine Tür oder an Fenster angebracht werden können), messen die Temperatur in Zimmern aber auch im Kühlschrank. Man kann eines der Kekse einem Kind in die Schultasche stecken und mother. weiß, wann es das Haus verlässt und wann es wieder nach Hause kommt – wie bei jedem Familienmitglied, das man mit einem Sensor ausstattet.

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Die Sensoren können an Tablettenschachteln, Zahnbürsten oder auch Trinkflaschen und Eingangstüren angebracht werden - Foto: Gerald Reischl

Sensoren für die Tablettenschachtel

Es kann ein Cookie auf eine Zahnbürste montiert werden, damit kontrolliert wird, ob sich Kinder wirklich die Zähne putzen, auf eine Wasserflasche, um zu wissen, dass man ausreichend trinkt oder auf den Blumentopf, damit man das Bewässern der Pflanzen nicht vergisst. Cookies sollen auch auf Tablettenschachteln oder Pillendosen geklebt werden, damit die Einnahme von Medikamenten überwacht werden kann. Die Sensoren verhindern sogar Spione, so die Idee der Entwickler. Sie lassen sich auf einer Schublade anbringen, in der man geheime oder sensible Unterlagen versteckt – und man wird informiert, wenn sie unautorisiert geöffnet wurde.

Apps verschaffen Überblick

Über eine App haben die Eltern die totale Kontrolle über die Familie, über ihr Eigenheim. Derzeit können zwölf Bereiche überwacht werden, in den kommenden Wochen und Monaten sollen weitere hinzukommen. Bis zu 24 solcher Cookies können an den mother.-Barbapapa angeschlossen werden, vier sind im Erstpaket enthalten. Die Sensoren sind mit kleinen Mignon-Batterien bestückt und halten ein ganzes Jahr lang, im Speicher bleiben die von den Sensoren aufgezeichneten Daten zehn Tage.

mother. kommt Mitte des Jahres in den Handel, der US-Preis beträgt 223 Dollar.

(futurezone) Erstellt am 08.01.2014, 06:27

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