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Safer Internet Internet-Erziehung: Eltern mit Nachholbedarf.

Foto: ap/axel heimken
Österreichs Kinder sind immer früher im Netz unterwegs. Doch auch wenn sie sich dort technisch relativ rasch besser zurechtfinden als ihre Eltern, ist es wichtig, dass sich diese für die Online-Aktivitäten ihrer Kinder interessieren. Hier klaffen Anspruch und Wirklichkeit derzeit aber auseinander, wie eine neue Studie von Safer Internet zeigt.

Nicht selten kommt es in Österreichs Haushalten zu Streitigkeiten zwischen Eltern und Kindern, wenn diese zu viel Zeit vor ihrem Rechner verbringen, die Handyrechnung mal wieder extraordinär hoch ist, oder die Kinder zu viele Daten von sich im Netz preisgegeben haben und nun mit Werbe-E-Mails überflutet werden. Das zeigte eine repräsentative Studie vom November 2011, die vom market Institut im Auftrag von Safer Internet unter 420 Eltern mit Kindern im Alter von sechs bis 16 Jahren durchgeführt wurde.

Daraus geht auch hervor, dass nur knapp mehr als die Hälfte der befragten Eltern weiß, was ihre Kinder im Internet machen und nur 46 Prozent sprechen mit ihrem Nachwuchs über potentielle Gefahren und Risiken. Das ist wenig, wenn man diese Zahlen mit dem Anspruch, den die Eltern an den Tag legen, vergleicht: 88 Prozent der Befragten haben betont, dass man sehr wohl darüber Bescheid wissen sollte, was die Kinder im Netz treiben. 77 Prozent sind der Meinung, dass man mit seinen Kindern über die Gefahren sprechen sollte.

"Ansprüche weichen von der Realität ab"
"Diese Zahlen zeigen, dass die eigenen Ansprüche der Eltern und die Realität sehr stark voneinander abweichen", erklärte Bernhard Jungwirth, Projektleiter von Safer Internet, bei einer Pressekonferenz im Wiener Bundeskanzleramt. Die Studie zeige auch, dass nur vier von zehn Eltern tatsächlich mit ihren Kindern über ihre Erlebnisse im Web sprechen. "Viele Probleme könnten leicht gelöst werden, wenn sich die Eltern für die Aktivitäten ihres Kindes im Internet mehr interessieren und regelmäßig mit ihnen über positive und negative Erfahrungen sprechen würden", ergänzt Jungwirth.

Die Initiative Safer Internet ruft Eltern daher dazu auf, sich stärke für eine verantwortungsvolle Internetnutzung ihrer Kinder zu engagieren, und lässt die Eltern aber nicht mit dieser Aufforderung im Regen stehen, sondern versucht diese, dabei on- und offline zu unterstützten. Dazu hat die Initiative Broschüren drucken lassen, die bei saferinternet.at bestellt werden können. Diese beschäftigen sich damit, wie man Kinder vor Internet-Abzocke, Cyber-Mobbing oder oder Urheberrechtsverletzungen schützen kann, wie man gute Computerspiele erkennt, oder wie Jugendliche mit ihrer Sexualität im Internet umgehen sollen.

"Eltern müssen selbst internetfit sein"
Neben den Broschüren gibt es zudem einen Online-Test für Eltern und zahlreiche Workshops. 2011 besuchten mehr als 10.000 Eltern entsprechende Angebote, 2012 soll diese Initiative weiter ausgebaut werden." Auch A1, Partner von Safer Internet, bietet auf seinem neuen "Internet für Alle"-Campus Ratgeber-Kurse für Eltern an.

Gerade bei den Jüngsten ist es wichtig, dass die Eltern sie beim Einstieg in die Online-Welt begleiten", erklärt Jungwirth. Doch auch hier zeigt die Studie große Dezizite: 18 Prozent der befragten Eltern waren noch nie dabei, als ihr Kind im Internet unterwegs war. "Nur wenn die Eltern selbst internetfit sind, können sie ihre Kinder zielgerichtet unterstützen", sagt Andreas Wildberger von der ISPA, einem langjährigen Partner von Safer Internet.

Mehr zum Thema

Safer Internet Day
Am 7. Februar findet zum neunten Mal der europaweite Safer Internet Day statt, an dem sich mehr als 70 Länder beteiligen. In Österreich werden Jugendliche mit Abgeordneten im Parlament diskutieren, dazu gibt es im Monat Februar zahlreiche Aktionen und Initiativen an Schulen.

(futurezone) Erstellt am 03.02.2012, 12:35

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