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Weihnachten Paketeflut durch Online-Shopping.

Foto: Jürg Chistandl / KURIER
Wie jedes Jahr zu Weihnachten herrscht in den Paketzentren der Post Hochbetrieb. Vollautomatisch werden österreichweit täglich bis zu 400.000 Pakete an die Zusteller ausgeteilt. An normalen Tagen im Jahr sind es lediglich rund 240.000. Einer der Hauptgründe sind Internetbestellungen, die auch heuer wieder zugenommen haben.

Alleine im Paketzentrum in Wien Inzersdorf sind es rund 200.000 Pakete, die in der Vorweihnachtszeit täglich abgefertigt werden, wie Stefan Fuchs, Sprecher der österreichischen Post, gegenüber der futurezone erklärt. Der Anstieg zur Weihnachtszeit beginnt traditionell Ende November und zieht sich kontinuierlich bis zum 24. Dezember durch. "Unser Ziel ist es auch dieses Jahr, dass am 24.12 die Hallen in unseren Paketzentren leer sind", so Fuchs.

"Wir spüren auch heuer wieder, dass verstärkt im Internet bestellt wird. Wir können zwar keine konkreten Zahlen nennen, aber beim Gang durch die Hallen fällt es auf, wenn auf den Paketen groß "Amazon", oder ein anderer einschlägiger Firmenname steht", so Fuchs.

Zoll
In der Regel werden Bestellungen aus dem Nicht-EU-Ausland zuerst von Mitarbeitern der Post äußerlich kontrolliert. "Der Versender gibt immer an, was sich in dem Paket befindet. Gibt es Grund zur Annahme, dass diese Angaben nicht stimmen, geben wir es an den Zoll weiter", so Fuchs. Die zuständige Zollstelle befindet sich direkt nebem dem Post-Zentrum in Inzersdorf.

"Derzeit kommen rund 20.000 Pakete pro Woche herein. Zwischen 3000 und 4000 fallen auf – vor allem aufgrund der Herkunft und der Produktbeschreibung auf den Einfuhr-Unterlagen – und werden kontrolliert. Fast 95 Prozent davon sind Treffer", erklärt Andreas Gassmann, Mitarbeiter der Zollkontrolle. Alle Sendungen aus dem Ausland landen hier; außer jene aus der Schweiz – die werden in Vorarlberg behandelt.

Vor allem gefälschte Kleidung und Arzneimittel werden häufig übers Internet bestellt – obwohl der Käufer oft gar nicht weiß, dass es sich um Plagiate handelt.

Wer gefälschte Waren im Internet bestellt, macht sich unter Umständen strafbar. „Mehrere Hundert Euro an Strafe sind möglich", so Gassmann. Aber auch gesundheitlich bergen die Medikamenten-Importe große Gefahren. „Wir haben einmal ein Herzmedikament aus Russland untersuchen lassen. Das bestand aus Ziegelstaub, Markierungsfarbe und Möbelpolitur", zählt Gerhard Marosi, Leiter der Abteilung Betrugsbekämpfung, auf.

Vorsicht bei Internetbestellungen
Oft hilft schon ein wenig Misstrauen beim Bestellen: Ein Designer-Teil, das zu einem Schleuderpreis angeboten sollte stutzig machen. Der Rat von Gerhard Marosi, Leiter der Abteilung Betrugsbekämpfung: „Die Homepage des Händlers genau anschauen. Gibt es überhaupt ein Impressum mit Adresse?" Auch die Internet-Suche nach der Firma lohnt sich. Denn oft finden sich in Foren hilfreiche Einträge. Und auf seriösen Händlerseiten sind auch Hinweise über mögliche Zollabgaben und Steuern zu finden. Im Idealfall wickelt man den Online-Kauf nur mit bekannten, etablierten Unternehmen ab.

Zoll und Einfuhrumsatz- und Verbrauchersteuern auf Waren fallen für den Konsumenten dann an, wenn die Ware in Nicht-EU-Ländern gekauft und nach Österreich eingeführt wird. Innerhalb der EU gibt es keine Verzollung.

Waren, etwa aus den USA oder Asien, die per Internet bestellt wurden und importiert werden und einen Warenwert von 22 Euro übersteigen, sind einfuhrumsatzsteuerpflichtig. Zoll ist zusätzlich ab einem Wert von 150 Euro zu bezahlen. Werden Piraterie-Waren online gekauft, können die Markeninhaber Verfahren einleiten oder die Vernichtung der Ware beantragen – was im Großteil der Fälle auch passiert.

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(futurezone) Erstellt am 21.12.2012, 06:00

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