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Smartphone HTC One X+ im Test: Flotte, unnötige Neuauflage.

Foto: futurezone/Thomas Prenner
Mit dem One X+ verärgert HTC viele seiner Kunden, denn nur sechs Monate nach Veröffentlichung des Flaggschiffs One X kam bereits ein Nachfolger daher. Dieser ist praktisch ident zum Vorgänger, bietet allerdings einen schnelleren Prozessor. Die futurezone hat das neue HTC-Smartphone getestet.

Die Ankündigung von HTC, eine leicht verbesserte Variante seines Flaggschiffs One X veröffentlichen zu wollen, schlug hohe Wellen. Käufer des One X , das erst im April erschienen war, fühlten sich betrogen, da sie ihr Gerät in dem Glauben gekauft hatten, dass es zumindest ein Jahr an der Spitze des HTC-Lineups stehen würde. Der taiwanische Smartphone-Hersteller versucht offenbar den starken Umsatzeinbrüchen entgegenzuwirken und kündigte in den vergangenen Monaten eine wahre Flut an neuen Smartphones an. Wie groß der Unterschied zwischen dem alten und neuen HTC-Flaggschiff ist, lesen sie im futurezone-Test.

Finde den Unterschied
Optisch gleichen sich die beiden Android-Smartphones wie ein Ei dem Anderen. HTC hat das bewährte Konzept nicht wirklich verändert, lediglich einige optische Anpassungen wurden vorgenommen. So ist die Kamera auf der Rückseite, die nach wie vor wie ein Bullauge in der Mitte des Smartphones sitzt, nun rot umrandet. Auch die Softkeys erstrahlen jetzt in roter Farbe. Ein durchaus netter Effekt, vor allem wenn die Hintergrundbeleuchtung der Tasten aktiviert ist.

Die Abmessungen sind mit 134,4 mm Höhe und 69,9 mm Breite gleich geblieben. Das Smartphone ist nach wie vor lediglich 8,9 Millimeter dick, wirkt aber nach wie vor im Vergleich mit dem Samsung Galaxy S III wuchtig. Mit 135 Gramm ist das One X+ um 5 Gramm schwerer geworden, das Gewicht ist dennoch gut verteilt. Das Gehäuse ist nach wie vor im Unibody-Design, weswegen auch der Akku nicht getauscht werden kann. Die SIM-Karte wird über einen Einschub auf der Oberseite eingeführt, einen microSD-Kartenslot gibt es nicht.

Im Vergleich mit der Variante des Vorgängers ist die griffige Rückseite deutlich dunkler. Erstrahlte diese zuvor noch in einem recht biederen Grau, ist sie nun tiefschwarz. Das wirkt vor allem in Kombination mit den roten Elementen sehr ansprechend. Unter dem Lautsprecher findet sich eine Status-LED, die, je nach App-Benachrichtigung, in einer anderen Farbe blinkt. Für die Eingabe stehen neben den Softkeys die Lautstärkewippe auf der rechten Seite und der Power-Button oben rechts zur Verfügung - womit sich auch hier nichts verändert hat.

Mehr Leistung unter der Haube
Die eigentliche Veränderung fand im Grunde genommen nur beim Prozessor statt. Nach wie vor kommt ein NVidia Tegra 3 zum Einsatz, der Quadcore-Prozessor ist nun allerdings mit 1,7 GHz statt 1,5 GHz getaktet. Die scheinbar geringe Veränderung hat allerdings große Auswirkungen: das One X+ ist das mit Abstand schnellste Smartphone auf dem Markt - das Phablet Samsung Galaxy Note II ausgenommen. Das One X+ kann teilweise die Leistung des 5,5 Zoll-Smartphones von Samsung aber zumindest einstellen.

In Quadrant setzt sich das One X+ mit 7.301 Punkten einsam an die Spitze, mehr als 1.000 Punkte über dem Vorgänger. Auch in Vellamo trumpft das HTC-Smartphone mit 1.643 Punkten im HTML5-Test auf. Lediglich bei Grafikbenchmarks ließ die Leistung des Smartphones zu wünschen übrig, zeigte aber dennoch eine deutliche Verbesserung zum Vorgänger.

Mehr Akku
Dass die höhere Taktrate nicht einfach per Update nachgereicht wurde, hat auch seinen Grund. Eine höhere Taktrate bedeutet auch eine höhere Stromaufnahme, wodurch die Akkulaufzeit rapide gesunken wäre. Das umgeht HTC beim One X+ mit einem 2.100 mAh-Akku, 300 mAh stärker als der des One X - hier verstecken sich die zusätzlichen fünf Gramm beim Gesamtgewicht des Smartphones. Die Laufzeit des One X+ ist hervorragend. Durch den neuen Energiesparmodus hält der Akku bei durchschnittlicher Nutzung (30 Minuten Telefonieren, häufiges Ein- und Ausschalten des Displays, drei Stunden Internet) knapp eineinhalb Tage durch.

Der Energiesparmodus deaktiviert dazu die Hintergrundsynchronisation sowie WLAN sobald der Bildschirm ausgeschaltet ist und reduziert die Bildschirmhelligkeit auf ein niedriges, aber lesbares Niveau. Das erhöht die Akkulaufzeit zwar deutlich, dennoch kommt dem Benutzer beim Einschalten des Displays eine Flut an Benachrichtigungen, beispielsweise Nachrichten eines Messengers oder neue E-Mails, entgegen.

Bildschirm - perfekt wie eh und je
Der Super LCD2-Bildschirm des HTC One X+ ist ident mit dem des One X, doch hier war auch keine wirkliche Verbesserung mehr möglich. Das kräftige Schwarz, der hohe Kontrast sowie das scharfe Bild des 4,7 Zoll großen HD-Bildschirms sind überzeugend, lediglich das LG Optimus 4X HD hat einen noch besseren Bildschirm.

Kamera
Eine nennenswerte Verbesserung gab es bei der Frontkamera, die nun mit 1,6 statt 1,3 Megapixel auflöst. Auf der Rückseite ist nach wie vor eine 8 Megapixel-Kamera verbaut, die dank dem von HTC entwickelten ImageChip sehr schnell Bilder in guter Qualität aufnimmt. Sollte man diese mit Geotags versehen wollen, hat HTC eine kleine Verbesserung mitgeliefert. Neben dem US-Satellitennavigationssystem GPS kann nun auch GLONASS, das russische Pendant, zur Standortbestimmung genutzt werden. Die Frontkamera erlaubt nun die Aufnahme per Timer. Dabei erhält der Nutzer drei Sekunden, um sich vor der Aufnahme des Bildes noch in Szene zu setzen.

Sense+ - ein kleines Update
Mit der neuesten Version der HTC-Oberfläche Sense hält nun auch Jelly Bean auf dem HTC One X und X+ Einzug. Die Änderungen sind nicht groß, aber dennoch spürbar. So sorgt Project Butter, eine Verbesserung der grafischen Benutzeroberfläche von Google, für deutlich flüssigere Animationen und verbessert die Bedienung. Auch Google Now wurde in Sense integriert und ist nun die Standard-App für Suchanfragen. Ein langer Druck auf die Home-Taste öffnet Google Now sofort. Eine nette Ergänzung ist vor allem die Tatsache, dass HTC neben dem Sense-Keyboard auch die Standard-Tastatur von Jelly Bean beibehalten hat. Diese kann jederzeit nachträglich aktiviert werden.

Fazit
Käufer des HTC One X haben keinen Grund zur Sorge: das One X+ ist lediglich ein kleines Update, um das Gerät in Anbetracht der scharfen Konkurrenz vor dem Weihnachtsgeschäft noch einmal attraktiver zu machen. HTC sollte jedoch nicht den Fehler machen und auf Updates für das One X verzichten - das scheint allerdings ohnedies nicht der Fall zu sein. Sollte man bereits zuvor ein Auge auf das One X geworfen haben, ist das One X+ jetzt mit Sicherheit die bessere Wahl, vor allem die Leistungsreserven und die lange Akkulaufzeit können überzeugen.

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Modell:
HTC One X+
Display:
4,7 Zoll SuperLCD 2 Display - 1280 x 720 Pixel (720p, 16:9)
Prozessor:
1,7 GHz Quadcore (NVidia Tegra 3)
RAM:
1 GB
Speicher:
32/64 GB intern, kein microSD-Kartenslot
Betriebssystem:
Android 4.1.1
Anschlüsse/Extras:
Micro-USB, 3,5mm Klinke, WLAN (a/b/g/n), Bluetooth 4.0, NFC
Akku:
2.100 mAh
Kamera:
8 Megapixel mit LED-Blitz (Hauptkamera), 1,6 Megapixel (Frontkamera), ImageChip vorhanden
Videos:
Aufnahme in 1080p möglich
Maße:
134,4 x 69,9 x 8,9 mm, 135 Gramm
Preis:
649 Euro UVP

(futurezone) Erstellt am 17.11.2012, 06:00

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