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Intel-Chef: „Europäer zu wenig selbstbewusst“

Die nun in den Markt drängenden Tablets mit Dual-Core-Prozessoren sind Morales zufolge nur der Anfang. „In den Geräten von morgen werden Acht- und 16-Kern-Prozessoren zum Einsatz kommen. Damit werden diese erstmals über die notwendige Leistung verfügen, um menschliche Gesten und Sprache verstehen und interpretieren zu können", so Morales im futurezone-Interview.

Tablet als neues Zugpferd
Dass Intel mit seinem starken Netbook-Fokus auf das falsche Pferd gesetzt hat, verneint der für die Regionen Europa, Naher Osten und Afrika zuständige Intel-Manager. Zum einen werde der Netbook-Markt 2011 mit rund 40 Millionen verkauften Geräten in etwa gleich groß sein wie der noch junge Tablet-Markt. Zum anderen würden eine Reihe von Tablets auf Basis der mobilen Prozessor-Plattform Atom auf den Markt kommen. Große Chancen rechnet sich Intel dabei offenbar im Hybrid-Segment aus, zu dem etwa Lenovos

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Auf dem europäischen Markt bekam es Intel zuletzt wie auch Microsoft und andere marktbeherrschende Konzerne mit den Regulationsbehörden der EU zu tun. So wurde das Unternehmen 2009 zu einer Rekordstrafe von 1,06 Milliarden Euro verurteilt, weil es zwischen 2002 und 2007 Rabatte und Zahlungen an Verkaufspartner wie die Media Saturn Holding (Saturn, Mediamarkt), aber auch Computer-Hersteller tätigte, damit diese Produkte mit Intel-Chips dem Mitbewerber AMD vorzogen. Die Berufung Intels läuft derzeit noch.

Europas Selbst- und Fremdbild
„Leider wird Europa meist mit regulatorischen Fragen in Verbindung gebracht und nicht mit der Innovationskraft von Unternehmen. Wenn wir zur führenden Region in puncto Fortschritt, Unternehmertum und sozialer Integration werden wollen, müssen wir uns dieser Stärken besser bewusst werden“, sagt Morales. Denn leider würden sich immer noch viel zu wenige Europäer als selbstbewusste Unternehmer verstehen. Das sei umso bedauerlicher, da die Voraussetzungen in Europa durch die kulturellen und geografischen Gegebenheiten optimal seien.

„Der unschlagbare Vorteil von Europa ist die Vielfalt, die hier auf recht engem Raum anzutreffen ist. Das bedeutet, dass die Anforderungen für technische Lösungen und Marktumsetzungen ebenso vielfältig sind, was wiederum die Innovationskraft der ganzen Region stärkt“, meint der Intel-Manager.  Dabei gehe es nicht nur um möglichst schnelles Wirtschaftswachstum. In angrenzenden Export-Regionen wie Afrika und vielversprechenden Märkten wie der Türkei oder Russland würden vielmehr auch die sozialen Implikationen, die technologischer Fortschritt mit sich bringe, eine entscheidende Rolle spielen.

Mit EU-Kommissarin Kroes konform
Mit seiner Meinung steht der Intel-Vizepräsident nicht alleine da. In einem aktuellen Interview mit der Süddeutschen Zeitung kommt auch EU-Kommissarin Neelie Kroes zum Schluss, dass Europa die eigene Innovationskraft besser in unternehmerische Erfolge ummünzen müsse. "Produktion aus Fernost, Inhalte aus Übersee - das sollten wir nicht als normal hinnehmen", so Kroes. Gerade bei Themen wie E-Health, Bildung und Umweltagenden könne Europa eine Führungsrolle übernehmen.

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Martin Jan Stepanek

martinjan

Technologieverliebt. Wissenschaftsverliebt. Alte-Musik-Sänger im Vienna Vocal Consort. Mag gute Serien. Und Wien.

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