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Smarte Verkehrslösung für Städte

Dieses Jahr fand im Rahmen der internationalen Sommeruni zum vierten Mal die „Kapsch Challenge“ statt. Diese wird neben Kapsch von der Graduate School of Management der St. Petersburg University (Russland) und dem Institut für Strategie, Technologie und Organisation der Wirtschaftsuniversität Wien ausgerichtet. Die diesjährige Aufgabenstellung betraf den Einsatz von M2M-Kommunikation und dem „Internet der Dinge“ für multimodalen Verkehr.

Dominik Hofer und seine zwei russischen Kolleginnen konnten die Jury, bestehend aus Martin Eder (Kapsch), Wolfgang Leindecker (Kapsch CarrierCom), Christopher Lettl (WU Wien), mit ihrem Konzept am besten überzeugen. Sie entwarfen dafür ein Konzept namens „Smart Login“, welches aus insgesamt vier Bereichen besteht: einem schlauen Ticket, einer intelligenten Anzeigetafel, einem smarten Panel und einer exakten Routenerstellungsmöglichkeit.

Kein Check-In mehr notwendig

„Beim Smart Ticket geht es darum, dass in einer Smart Card ein RFID-Chip eingebaut wird. Dieser hat eine Reichweite von 1,5 bis 2 Metern. Verkehrsteilnehmer müssen dann in Folge nicht mehr mit ihrem Ticket einchecken, sondern dank integrierter Chips in den U-Bahnen und Bussen werden die Fahrscheine automatisch erkannt“, erklärt Hofer gegenüber der futurezone.

„Für das Verkehrsunternehmen hat das den Vorteil exakt zu wissen, wer welche Wege zurücklegt. So kann es bei Bedarf auch neue Verkehrsmittel implementieren, wenn es sieht, dass eine Route überlastet oder durch mehrfaches Umsteigen für Fahrgäste sehr schwierig zu bewältigen ist“, sagt Hofer.

Dabei sei es den Studierenden aber aus Datenschutzgründen besonders wichtig, dass die Smart Card anonym sei. „Auf dem Chip soll nur eine Nummer gespeichert sein. Wer eine Jahreskarte besitzt, auf dessen Karte wird außen auch der Name reingestanzt. Diese Personalisierung ist jedoch nicht mit den Infos des Chips verknüpft“, erklärt der Wiener Student. Wer die Smart Card nur für Gelegenheitstickets benutzt, soll dies völlig anonym tun können.

Farbcodes für überfüllte Waggons

Dadurch sei dieses „Be In – Be Out“-Konzept auch für Verkehrsunternehmen interessant, die ihre Kunden hauptsächlich über Zeitkarten gewinnen möchten (wie es etwa derzeit in Wien der Fall ist). Hier haben die Studierenden auch gleich eine Lösung für die Öffi-Fahrer parat, die besonders zu Hauptverkehrszeiten gut ankommen dürfte: Auf einem sogenannten „Smart Board“, das in den einzelnen Stationen steht, sollen künftig Informationen darüber erhältlich sein, wie viele Menschen sich gerade in den einzelnen U-Bahn-Wagons, Straßenbahnen oder Bussen befinden. „Dies soll mit einem Farbcode sofort ersichtlich sein. Rot heißt, der Waggon ist komplett überfüllt und man sollte sich besser verteilen“, erklärt Hofer.

Über ein „Smart Panel“ sollen Öffi-Fahrer auch abrufen können, welche Wege sie zurückgelegt haben. Hier soll auch angezeigt werden, wie viel sie etwa im Vergleich zur Nutzung eines Autos gespart haben. Mittels „Smart Route“ können Verkehrsunternehmen künftig schlauer planen und Strecken, die viel frequentiert sind, kurzfristig entlasten.

Idee könnte weiterentwickelt werden

Auch eine Kalkulation hat das Projekt-Team durchgeführt. „Das war besonders schwierig, weil RFID-Chips von Monat zu Monat billiger werden. Wir haben in unser Kalkulation Ausgaben von 12,5 Millionen Euro für eine Stadt in der Größe Wiens errechnet“, so Hofer.

Die Idee der Studierenden wurde von der Jury ausdrücklich gelobt. Leindecker, Vice President M2M & Public Transportation bei Kapsch CarrierCom, will mit den Studierenden nun weitere Gespräche führen. Möglicherweise wird die eine oder andere Idee auch in einem Realisierungsprojekt münden.

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Barbara Wimmer

shroombab

Preisgekrönte Journalistin, Autorin und Vortragende. Seit November 2010 bei der Kurier-Futurezone. Schreibt und spricht über Netzpolitik, Datenschutz, Algorithmen, Künstliche Intelligenz, Social Media, Digitales und alles, was (vermeintlich) smart ist.

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