Sprachsteuerung: Küche und Fernseher lauschen mit

Die schöne neue Welt der Sprachassistenten bringt uns viel Komfort. Bezahlt wird dieser aber mit persönlichen Daten.

Doch wie so oft steht dahinter auch ein großes 'Aber'.

Claudia Zettel

über Sprachsteuerung

Das intelligente Zuhause – vernetzte Küchengeräte, TVs und Raumlösungen – ist aktuell eines der Schwerpunktthemen auf der CES, der wichtigsten Technikmesse der Welt. Zentraler Fokus: Sprachsteuerungen. Statt Knöpfe zu drücken oder Bildschirme zu bedienen bitten wir künftig Alexa, Siri und Google darum, das Licht einzuschalten oder die Einkaufsliste zusammenzustellen. Sogar die Toilettenspülung soll man in Zukunft per Sprachbefehl bedienen, wie einem US-Hersteller vorschwebt.

Das bringt durchaus Vorteile für Konsumenten: Abläufe werden beschleunigt, effizienter, einfacher. Ältere Menschen oder weniger Technik-Versierte könnten davon profitieren, aber auch in Situationen, wo man gerade keine Hand frei hat, ergeben sich Vorteile. Vor allem für klare Anweisungen und zielgerichtete Aufgaben eignen sich die verbalen Steuerungen gut.

Aber...

Doch wie so oft, wenn es um neue Technologien oder das Internet geht, steht dahinter auch ein großes "Aber". Denn die Währung, mit der wir den neuen Komfort bezahlen, sind unsere persönlichen Daten. Nun ist das nichts Neues in der vernetzten Welt, doch die Sprachsteuerungen heben das Risiko noch einmal auf ein neues Level.

Damit die praktischen Helferlein tatsächlich funktionieren, müssen sie uns nämlich ständig belauschen und auf ihre Befehle warten: Die Mikrofone in den Geräten sind immer an. Somit holen wir Google, Amazon und Co noch ein Stück näher zu uns ins eigene Heim. Letztlich muss jeder selbst entscheiden, ob er den Konzernen vertraut, wenn sie beteuern, dass nicht ständig mitgeschnitten wird – vom Risiko, dass sich Hacker Zugriff verschaffen, noch gar nicht zu reden.

Claudia Zettel 10.01.2018